Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung-Logo

Über QMSÜber QMS

Über QMS

Einführung von QMS

Wozu Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in Schulen?

Die Anforderungen an Inhalte und Formen des Lernens sind einem ständigen Wandel unter­worfen. Die unter­schied­lichen Erwartungen von Schüler/inne/n, Eltern, auf­neh­menden Schu­len, Betrieben oder tertiären Bildungseinrichtungen an das, was Schule leisten soll, werden immer deutlicher artikuliert und an die Schule herangetragen. Das Schul­system wird durch­lässiger und bietet zunehmend individuelle Bildungswege, wenngleich es immer noch Hür­den an den Übergängen zu überwinden gilt.

Schulen müssen diesen und weiteren Herausforderungen professionell begegnen. Dafür benö­tigen sie trans­parente und systematisierte Strukturen des Planens und Entscheidens sowie geeignete Strategien der Steuerung, um Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung voranzutreiben. Genau das versteht man unter Quali­täts­management. Es ist kein Selbstzweck, sondern Ausdruck professioneller Praxis und bedeutet vor allem,

  • sehr genau zu wissen, über welche Voraussetzungen die Schüler/innen verfügen und wie ihre Potenziale weiterentwickelt werden können;
  • Kooperation unter Lehrenden zu fördern;
  • auf Basis von Evidenzen schulspezifische Entwicklungsziele zu formulieren und die Zielerreichung regelmäßig zu überprüfen;
  • in aktivem Austausch und enger Zusammenarbeit mit externen Kooperations­part­ner/in­ne/n zu stehen.

Sowohl die allgemein bildenden als auch die berufsbildenden Schulen nutzen schon seit Jahren Qualitätsmanagementsysteme: SQA und QIBB. Der Bildungsreform­gesetz­­gebung 2017 folgend, werden ab 2021 beide zu einem einheitlichen System zusam­men­geführt. Daraus ergibt sich die Chance, ein für alle österreichischen Schulen gemeinsames, attraktives QM-System zu ent­wickeln, das Qualitätsmanagementsystem für Schulen (QMS).

Was ist QMS und worum geht es bei QMS?

QMS versteht sich als pädagogisches Qualitätsmanagementsystem, welches das Lernen und die Schüler/innen in den Mittelpunkt der Qualitätsarbeit stellt. Es trägt dazu bei, dass Schulen Entwick­lungsprozesse zielgerichtet, systematisch und evidenzorientiert voranbringen und qualitätsvollen Unterricht sicherstellen. QMS will die Kooperation zwischen Lehrenden stärken, um durch mehr Teamorientierung die professionelle Unterrichtsentwicklung zu fördern und Entlastung durch gegenseitige kolle­giale Unterstützung zu ermöglichen. Die inhalt­liche Orientierung für die Umsetzung und Aus­ge­staltung von QMS ist der Qualitätsrahmen für Schulen. Er bildet die Grundlage für ein gemein­sames Verständnis von Schulqualität.

QMS nützt der Schulleitung, Lehrenden-Teams und einzelnen Lehrenden. Ziel ist, dass alle – mit klarem Fokus auf die jeweiligen Verantwortungsbereiche und Aufgaben – koordiniert an Schulqualität arbeiten und damit letztlich daran, das Lernen der Schüler/innen bestmöglich zu unterstützen sowie Lernprozesse und -ergeb­nisse systematisch zu verbessern. QMS stellt für Schulleitung, Lehrenden-Teams und Leh­rende entsprechende Instrumente und Methoden zur Verfügung. Die Schul­leitung steuert den Qualitätsentwicklungs- und -sicherungsprozess an der Schule; unterstützt wird sie dabei von Qualitätsbeauftragten (Qualitäts-Schulkoordinator/inn/en, kurz Q-SK). Die Koope­ration aller Lehrenden ist eine Grundvoraussetzung für die wirksame Umsetzung von QMS.

Welche Ziele verfolgt QMS?

QMS hat die systematische Gestaltung und Organisation der Qualitätsentwicklung und ‑siche­rung an einer Schule zum Ziel. Es soll sicherstellen, dass sich Schulen als lernende Orga­nisa­tionen verstehen und kontinuierlich weiterentwickeln.

QMS unterstützt dabei, Evidenzen (Informationen, Belege und Daten) über die Qualität von Schule und Unterricht zu generieren und zu nutzen, um Entscheidungen in Bezug auf die Schule und die Schü­ler/innen begründet treffen zu können. Evidenzen müssen deshalb nicht nur von der Schul­leitung, sondern auch von Lehrenden-Teams und Lehrenden genutzt werden.

QMS trägt zur Pflege einer Qualitätskultur an Schulen bei, in der sich qualitäts- und entwick­lungsorientierte Haltungen und Einstellungen (z. B. Bereitschaft zur Veränderung, Offenheit für Innovation, Fehlerkultur) entfalten können und wirksam werden.

QMS dient der Umsetzung sämtlicher Entwicklungsvorhaben einer Schule, sowohl zentral vorgegebener Reformprojekte als auch schulspezifischer Anliegen und Konzepte. QMS stellt dafür über qms.at Instrumente zur Verfügung (z.B. den Schul­entwick­lungsplan, das Q-Handbuch[1], für interne Schulevaluation und Feedback.)

Ab wann und wie wird QMS von den Schulen umgesetzt?

QMS wird ab dem Schuljahr 2020/21 eingeführt. Der Implementierungsplan sieht drei Pha­sen mit folgendem Inhalt vor:

Phase 1 (ab Jänner 2021): Implementierung des Qualitätsrahmens für Schulen und Bestands­­aufnahme durch die schulinterne Qualitätseinschätzung (siQe).

Der Qualitätsrahmen für Schulen beschreibt Schulqualität für alle Schularten und ist die verbindliche inhalt­liche Grundlage von QMS. Die Anforderung an jede Schule in Phase 1 ist, dass sich Schullei­tung und Kollegium mit den Qualitätsdimensionen, -bereichen und -kriterien des Qualitäts­rahmens inhaltlich auseinandersetzen. Die schulinterne Qualitätseinschätzung (siQe) unter­stützt dabei, entlang des Qualitätsrahmens in den Blick zu nehmen, in welchen Bereichen eine Schule Stärken hat und wo Entwicklungsbedarf besteht. Das Ergebnis dieser Bestands­aufnahme ist Basis für die Weiterentwicklung von Zielen und Maßnahmen im Schulentwicklungsplan (siehe Phase 2).

Ab Phase 1 steht die QMS-Website (www.qms.at) mit Informationen und Implementierungs­hilfen zur Verfügung. Übergangsweise gibt es in dieser Phase auch noch das Supportsystem aus den auslaufenden QM-Systemen (Websites, Evaluationsplattformen, Qualitätsbeauf­tragte auf Schul- und Bildungsdirektionsebene).

Phase 2 (Schuljahr 2021/22): Implementierung QMS-Modell[2] und QMS-Instrumente (Teil 1)

In Phase 2 stehen das QMS-Modell sowie ein Teil der Instrumente zur Verfügung. Die Erwartung an Schulleitung, Lehrenden-Teams und Lehrende ist, dass sie

  • die Ergebnisse der schulinternen Qualitätseinschätzung (siQe) in einen Schulentwicklungsplan[3] mit strategischen Zielen und Maßnahmen integrieren und
  • sich im Kollegium mit dem QMS-Modell auseinandersetzen und beginnen, die QMS-Instrumente für Qualitäts­entwicklung und Qualitätssicherung sowohl für die gesamte Schule (als Organisation), für Lehrenden-Teams und für Lehrende zu nützen.

Geplant ist, dass ab dem Schuljahr 2021/22 eine Evaluationsplattform für alle Schulen zur Ver­fügung steht. Die Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräche (BZG) der Schulaufsicht mit der Schul­leitung werden an QMS und dem Qualitätsrahmen für Schulen ausgerichtet. Die QMS-Aufgabenprofile für die Schulleitung, die Qualitäts-Schulkoordinator/inn/en (Q-SK) sowie für Leh­ren­den-Teams und Lehrende kommen zur Anwendung. In den Bildungsregionen unterstützen Qualitäts-Regionalkoordinator/inn/en (Q-RK) die Q-SK bei der Implementierung und Umsetzung von QMS.

Phase 3 (Schuljahr 2022/23): Implementierung QMS-Modell und QMS-Instrumente (Teil 2)

In Phase 3 stehen alle relevanten QMS-Instrumente für Schulleitung, Lehrenden-Teams und Lehrende zur Verfügung. Die Schulen implementieren QMS vollständig. Ein Schwer­punkt in dieser Phase liegt auf dem Q-Handbuch der Schule. Die vollständige Implementierung von QMS wird von der Schulaufsicht im Rahmen der BZG begleitet und überprüft.

Wie werden Schulen bei der Implementierung von QMS unterstützt?

Zur Umsetzung von QMS an den Schulen wird ein umfangreiches Unterstützungssystem auf­ge­baut:

  • QMS-Website (www.qms.at) mit Informationen und Materialien (Handreichungen, Erklärvideos, praktische Beispiele für die Anwendung der Instrumente von QMS etc.);
  • Plattform für interne Schulevaluation und Feedback mit umfangreichem Instrumenta­rium und unterstützenden Materialien;
  • Q-RK (Qualitäts-Regionalkoordinator/inn/en) zur Unterstützung der Q-SK in den Bildungs­regionen;
  • QMS-spezifisches Fort- und Weiterbildungsangebot der Pädagogischen Hochschulen für Schulleiter/innen, Q-SK, Leh­ren­­den-Teams und einzelne Lehrende;
  • Verankerung von QM-spezifischen Inhalten und Vermittlung von entsprechenden Kom­pe­tenzen in der Ausbildung von Lehrenden.

SQM (Schulqualitätsmanager/innen) haben entlang ihrer Führungsaufgaben Mitverant­wor­tung für die gelingende Umsetzung von QMS an Schulen.

Qualitätsentwicklung und -sicherung von QMS

Für die kontinuierliche Qualitätsentwicklung und -sicherung von QMS werden dessen Strukturen und Prozesse sowie die Instrumente und ihre Nutzung systematisch evaluiert sowie regelmäßig Feedback von Anwender/inne/n ein­ge­holt.

 

 [1] Das Q-Handbuch ist eine Arbeitshilfe, die bei der Einführung, täglichen Umsetzung und Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements unterstützt. Es schafft Klarheit über Vorgehensweisen bzw. Prozesse, es organi­siert vor­handene Dokumente und es dokumentiert Maßnahmen und deren Erfolg.

[2] Das QMS-Modell beschreibt die Akteurinnen bzw. Akteure sowie deren Aufgaben und die dazu passenden Instru­mente für das schulische Qualitätsmanagement.

[3] QMS bietet eine Vorlage für den Schulentwicklungsplan. Inhalte aus einem SQA-Schulentwicklungsplan bzw. aus einem QIBB-Schulprogramm werden in den QMS-Schulentwicklungsplan überführt.

 

pdfHier können Sie diesen Text als pdf herunterladen. (PDF 183 KB)

letzte Aktualisierung: 4.1.2021