Zum Hauptinhalt springen
Header für Perlen auf IQES

Feedback eingeholt – und jetzt?

Ein Streifzug durch IQES-Angebote, die die Praxis der QMS-Lehrenden an der PH Niederösterreich unterstützen.

Von Petra Lichtenschopf, Birgit Schmiedl und Claudia Weinzettl (PH NÖ)

Auf IQES werden unterschiedlichste Feedback-Methoden – IQES angeboten. Die Aufstellung lädt ein, sich die jeweils für die Situation und Fragestellung passende Methode auszuwählen.

„Rückmeldungen von Lernenden sind nützlich und wichtig. Sie können langfristig die Unterrichtsqualität verbessern, zu einem besseren gegenseitigen Verständnis von Lernenden und Lehrenden beitragen und die beiderseitige Zufriedenheit mit dem Unterricht erhöhen.“
Das Zitat – entnommen der IQES-Plattform – unterstreicht, dass es notwendig ist, nicht nur Feedbacks einzuholen, sondern auch mit den Rückmeldungen zu arbeiten. Auch eine weitere Aussage auf der IQES-Plattform, die John Hattie (2014) zugeschrieben wird, unterstreicht die Bedeutung der weiteren Verwendung von Rückmeldungen: „Lehrerinnen und Lehrer, die sich als Lernende ihrer eigenen Wirkungen verstehen, sind hinsichtlich der Lernprozesse und Lernerfolge von Schülerinnen und Schülern die einflussreichsten“.

Um dies gut umsetzen zu können, bietet IQES eine Vielzahl an Instrumenten, Hinweisen und Informationen zu idealtyischen Vorgehensweisen zum Umgang mit Feedack. Die in diesem Beitrag vorgestellten Praxisleitfäden richten sich an Schulleitungen, Q-SKs und Lehrkräfte und bieten somit Unterstützung sowohl für die strategische Entscheidungsfindung als auch für die konkrete Umsetzung im Klassenzimmer.


Feedback durchgeführt - Was nun?

Die acht Schritte aus dem IQES-Beitrag ‚Acht Schritte zu einem guten Schülerinnen- und Schüler-Feedback‘ bilden die Grundlage, auf die Lehrende der PH NÖ in Beratungssituationen sowie in Fortbildungsveranstaltungen für Q-SKs und Schulleitungen regelmäßig zurückgreifen.

Dieser Praxisleitfaden erklärt auf 16 Seiten eine idealtypische Vorgehensweise für effektives Feedback. Dazu werden die Aktivitäten zur Einholung und Verwendung von Rückmeldungen auf acht Schritte aufgeteilt:

Acht Schritte zu einem guten Schülerinnen- und Schüler-Feedback

Die ersten vier Schritte beschreiben vorbereitende Arbeiten bis die durch den Einsatz der Feedbackmethoden und -instrumente Daten vorliegen. Besonderes Augenmerk wird in diesem Beitrag den Punkten 5 – 7 geschenkt, die sich mit der Auswertung und Interpretation der Daten beschäftigen.


„5. Individuelle Datenauswertung und Dateninterpretation“

IQES bietet hier typische Fragen an, die bei der Auswertung und Interpretation der Daten unterstützen sollen:

Typische Fragen Schritt 5 - Schülerinnen und Schülerfeedback in 8 Schritten, IQES-online

 Brägger & Widmer (2011): Schülerinnen und Schülerfeedback in 8 Schritten, IQES-online, S. 14

Auf Grund der Reflexion mit Hilfe der Fragen können Hypothesen zu den Daten aufgestellt werden und gegebenenfalls Muster erkannt werden. Lichtenschopf und Glaeser (2023) zeigen in ihrer grafischen Darstellung den Zusammenhang von Reflexion und Aktion in der systemischen Schleife. Aus den gesammelten Daten können Annahmen über Wirkungszusammenhänge getroffen werden, die wiederum zu neuen Handlungsimpulsen führen können. Wichtig dabei ist eine Konzentration auf die in den Daten erkennbaren Fakten, ohne die aufkommenden Hypothesen gleich zu bewerten oder in die Lösungsformulierung einzusteigen. Die Hypothesen dienen vor allem dazu, die darauffolgenden Schritte weiter zu steuern und die einzelnen Ergebnisse in ein Gesamtbild einordnen zu können. Dieses soll dann schlussendlich bei der fundierten Entscheidung für darauf abgeleitete Handlungsdirektiven unterstützend wirken.

Die systemische Schleife von Lichtenschopf und Glaeser (2023) in der grafischen Darstellung basierend auf Holtmann (2019)

Für die Praxis heißt dies, dass die zu ausstehenden Entscheidungen auf Basis von möglichst objektiven, datengestützten Annahmen getroffen werden können.


„6. Dateninterpretation mit Schülerinnen und Schüler“

Altrichter (2004) merkt an: „Nichts entwertet Feedback mehr als ihre Folgenlosigkeit!“ Daher ist es notwendig, die Ergebnisse und auch die gebildeten Hypothesen mit den Lernenden zu besprechen und gemeinsam Maßnahmen für die weitere gemeinsame Arbeit zu finden.

Der Praxisleitfaden schlägt für diesen Schritt einen idealtypischen Ablauf vor, der bei der Vorbereitung von gut strukturierten Feedback-Gesprächen mit den Schüler*innen helfen kann, und bietet wieder typische Fragen zur Unterstützung an:

Typische Fragen Schritt 6 - Schülerinnen und Schülerfeedback in 8 Schritten, IQES-online

„7. Dateninterpretation mit Kolleginnen und Kollegen“

Auch für diesen Schritt unterstützt der Praxisleitfanden von IQES mit Vorschlägen zu Ablauf und Reflexionsfragen.

Um noch tiefer in die Reflexion zu kommen, könnte man auch – wie zum Thema Kollegialfeedback auf IQES erläutert – kollegiale Lerngemeinschaften bilden und sich gemeinsam auf die Suche nach möglichen Ideen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten begeben. Als Teil der systemischen Schleife wird dieser Schritt von Lichtenschopf und Glaeser (2023) in der grafischen Darstellung basierend auf Holtmann (2019) erläutert:

Die systemische Schleife von Lichtenschopf und Glaeser (2023) in der grafischen Darstellung basierend auf Holtmann (2019)

IQES unterstützt diesen Schritt mit zwei weiteren Praxisleitfäden: „Kollegialfeedback einführen“ und „Kollegialfeedback durchführen“.

Kollegialfeedback einführen – IQES Kollegialfeedback durchführen – IQES

Auch in diesen beiden Handreichungen werden Schritt-für-Schritt-Anleitungen geboten, ideale Vorgehensweisen beschrieben und Vorlagen und Instrumente vor- und zur Verfügung gestellt.


Fazit

Dieser Auszug an Informationen bietet den PH Lehrenden die Möglichkeit den Teilnehmer*innen der Weiterqualifizierungsmaßnahmen detaillierte, fundierte und für österreichische Lehrer*innen frei zugängliche Materialien weitergeben, die an den Schulen die Entwicklungsimpulse unterstützen können.

Eine gezielte Empfehlung für konkrete Instrumente, die für die jeweilige Schule, für die Lehrpersonen, die damit arbeiten sollen, passen, kann die Akzeptanz wesentlich unterstützen!

Auch innerhalb der einzelnen Praxisleitfäden ist die Anzahl der gebotenen Informationen vielfältig. Eine gute Kenntnis dieser Inhalte und auch hier wieder eine Unterstützung der Schulen bei der Auswahl, gegebenenfalls Adaption und Anwendung einzelner Methoden, Vorlagen und Instrumente ist hilfreich und unterstützt eine effiziente Umsetzung der ausgewählten Impulse.


Quellen:

IQES Österreich – IQES wurden folgende Seiten zuletzt am 11.05.2025 abgerufen:

Altrichter, H., Messner, E., Posch, P. (2004). Schulen evaluieren sich selbst. Seelze: Kallmeyer. BIFIE (Hrsg.) (2012). Bildungsstandards und Qualitätsentwicklung an Schulen. Impulse für Schulleiter/innen. Graz: Leykam.

Brägger, G., Widmer R. (11/2011). Praxisleitfaden Schülerinnen- und Schülerfeedback in 8 Schritten. Abgerufen 11. Mai 2025 von https://www.iqesonline.net/feedback/feedback-von-schuelern-und-schuelerinnen/acht-schritte/.

Hattie, J. & Gregory C. R. Yates (2014). Using Feedback to Promote Learning. Terhart (Hrsg.): Die Hattie-Studie in der Diskussion.

Holtmann, C. (2019). Blog - Holtmanns systemische Nuggets – Teil 1: Die systemische Schleife. Von https://next-u.de/2019/holtmanns-nuggets-schleife/. Abgerufen 25. April 2023)

Lichtenschopf & Glaeser (2023) (QMS-Fortbildung) basierend auf Holtmann, 2019 Blog –

letzte Aktualisierung: 06.06.2025

Weiterlesen … Perlen auf IQES 6 (11.06.2025)

Header für Perlen auf IQES

Gesund lehren, gemeinsam wachsen – Impulse und Unterstützung durch IQES

Von Sabine Mayer und Michaela Waldherr (KPH Wien/Niederösterreich)

Mit Ende September haben die meisten Lehrpersonen die erste intensive Phase des Schuljahres hinter sich gebracht. Gerade jetzt, wo der Alltag etwas ruhiger wird, lohnt es sich, innezuhalten, den Blick auf das Kommende zu richten und dabei auch die eigene Gesundheit und berufliche Zufriedenheit bewusst zu stärken, denn diese sind entscheidend für nachhaltiges Engagement und Wohlbefinden. IQES Online bietet hier eine breite Palette an Materialien, Tools und Impulsen, die Lehrpersonen und Schulleitungen dabei unterstützen, ihren Unterricht professionell weiterzuentwickeln und gleichzeitig achtsam mit sich selbst und anderen umzugehen.

Der Bereich "Gute gesunde Schule“: https://www.iqesonline.net/schulentwicklung/gute-gesunde-schule/  zeigt eindrucksvoll, wie Gesundheit und Schulqualität zusammenhängen und wie eine vertrauensvolle, unterstützende Schulkultur zur beruflichen Zufriedenheit beiträgt. Im Folgenden möchten wir Ihnen aus unserer Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Schulleitungen, Lehrer/innen und Pädagog/innen der KPH Wien/Niederösterreich konkret einige besonders hilfreiche Impulse aus IQES Online ans Herz legen. Sie sollen als Anregung dienen, um gemeinsam daran zu arbeiten, das Schuljahr nicht nur zu bewältigen, sondern als Raum für Entwicklung und Stärkung zu nutzen.


Perle 1: Gute gesunde Schule - Gemeinsam wirksam sein

IQES Online orientiert sich am Leitbild der „Guten gesunden Schule“. Diese Schulen zeichnen sich durch gezielte und gut organisierte Kooperation untereinander aus. Pädagogische Teams arbeiten vertrauensvoll zusammen, teilen gemeinsame Werte und verfolgen klare pädagogische Ziele. In einem solchen Klima fühlen sich Schüler/innen „gesehen“, unterstützt und motiviert und Lehrpersonen erleben ihre Arbeit als sinnstiftend und wirksam.

Im Sinne der Guten gesunden Schule sind Gesundheitsförderung und Prävention keine isolierten Themen, sondern als Querschnittsaufgaben in allen Qualitätsdimensionen verankert. IQES bietet eine Vielzahl von Praxismaterialien zu den Qualitätsdimensionen und -bereichen der Guten gesunden Schule an. Unter https://www.iqesonline.net/schulentwicklung/gute-gesunde-schule/iqes-modell/lernumgebungen-zu-den-qualitaetsdimensionen finden Sie einen »Marktplatz« mit einer Übersicht für den schnellen Einstieg. Wie all diese Dinge zusammenhängen, wird durch das Modell von Brägger/Posse (2007) deutlich. Empfehlenswert ist an dieser Stelle auch, wenn die Zeitressourcen nicht reichen, auch schon einmal an einer bestimmten Dimension der acht Qualitätsdimensionen zu arbeiten.  So lässt sich etwa die Dimension „Schulkultur und Schulklima“ gezielt unter https://www.iqesonline.net/schulentwicklung/gute-gesunde-schule/gute-gesunde-schulen-entwickeln/ mit konkreten Impulsen zur Förderung von Zugehörigkeit, Wertschätzung und Wohlbefinden im Schulalltag in den Blick nehmen. Wie ein dies konkret umgesetzt werden kann, zeigt das Rahmenkonzept der Integrierten Gesamtschule List in Hannover. Im Zentrum steht ein positives Schulklima, das durch eine Kultur der Anerkennung, Lob und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist. Gesundheitsfördernde Strukturen werden bewusst gestaltet und mit pädagogischer Qualität verknüpft, etwa durch Rhythmisierung des Schulalltags, bewegtes Lernen und gezielte Pausengestaltung.

dARSTELLUNG DES Qualitätstableaus der Guten gesunden Schule des Modells Brägger/Posse AUS 2007

Sollte eine schulische Veränderung  von außen angestoßen werden, dann sind unter https://www.iqesonline.net/schulentwicklung/gute-gesunde-schule/gesund-bleiben-im-lehrberuf/  z.B. die Reflexionskarten von Christoph Frei, Monika Kuster und Frido Koch sehr hilfreich: https://www.iqesonline.net/schulentwicklung/gute-gesunde-schule/gesund-bleiben-im-lehrberuf/veraenderungen-ich-bin-dabei/.

Die Reflexionskarten sollen dabei helfen, sich zu orientieren, die eigene Situation zu verstehen und gemeinsam Wege zu finden, um Veränderungen im Schulalltag aktiv zu bewältigen. Sie können bei Konferenzen und Pädagogischen Nachmittagen gemeinsam als kurzer oder auch längere Austauscheinheiten genutzt werden. Siehe dazu auch den IQES Newsletter von September 2025 Nr. 56.

Darstellung der Impulskarten zur persönlichen Reflexion in Veränderungsprozessen

Perle 2: Mehrwert für Unterricht und Wohlbefinden

Die zweite Dimension der schon oben erwähnten acht Qualitätsdimensionen ist der Unterricht. Das Thema Unterrichtsentwicklung ist in den letzten Jahren nicht ohne Grund in den Fokus gerückt. Ein gut strukturierter, wertschätzender Unterricht ist ein zentraler Faktor für Berufszufriedenheit. Wenn Routinen greifen, Beziehungen gelingen und die Lernenden aktiv eingebunden sind, wirkt sich das positiv auf das Stresslevel der Lehrpersonen aus. Sie erleben mehr Entlastung und Freude im Berufsalltag. Auf IQES Online findet man, u.a. Inhalte rund um das Classroom Management, die helfen, ein lernförderliches Klima zu schaffen, in dem sich sowohl Schüler/innen als auch Lehrpersonen wohlfühlen.

https://www.iqesonline.net/unterrichten/gefuehrter-unterricht/classroom-management/

Besonders hervorzuheben sind hier die Checklisten, die von Lehrpersonen einzeln durchgearbeitet und anschließend in Teams reflektiert werden können, z.B. die Checkliste „Haltung und Erziehungsstil der Lehrkraft“ oder „Präsenz und Nähe“.  

Grafik mit Checkliste 1 aus IQES zum Classroom Management

Die Checklisten sensibilisieren nicht nur zentrale Aspekte, auf die es ankommt, sondern laden vor allem zur Reflexion ein. Sie bieten die Möglichkeit, innezuhalten, die eigene pädagogische Ausrichtung zu überdenken und gezielt zu klären, worauf es als Lehrperson ankommt.

In dieser Rubrik gibt es ebenfalls auch Materialen, wie Schüler/innen unterstützt werden können, ihr Mindset zu einer lernfreundlichen Haltung zu entwickeln: https://www.iqesonline.net/lernen/lernen-lernen/mindset-lernfreundliche-haltungen-entwickeln/ 

Dekoratives Element mit Memokarten zur Unterstützung einer lernförderlichen Haltung

Perle 3: Der neue Lehrplan als Chance

Auch der neue Lehrplan bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine gesundheitsfördernde Schulentwicklung. Themen wie Selbstregulationsoziales LernenPartizipation und Kompetenzorientierung sind nicht nur für die Schüler/innen von Bedeutung, sondern stärken auch die Resilienz und Zufriedenheit der Lehrpersonen, wenn sie bewusst und auch gemeinsam umgesetzt werden.

Der neue Lehrplan, der aktuell in der Primarstufe und Sekundarstufe 1 aufbauend implementiert wird und ab 2027/28 auch in der Sekundarstufe 2 ausgerollt wird, stellt überfachliche Kompetenzen in den 13 übergreifenden Themen in den Fokus, die vom Schuleintritt bis zur Matura gemeinsam sind. Auf IQES Online wird deutlich, dass der Lehrplan so zur Ressource für eine gute gesunde Schule werden kann. So gibt es zu Lebenskompetenzen (Überfachliche Kompetenzen) gute Inspirationen.


Autorinnen:

Sabine Mayer (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) und Michaela Waldherr (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) - PH-Lehrende an der KPH Wien/Niederösterreich

Für Fragen stehen beide gerne zur Verfügung!

letzte Aktualisierung: 30.09.2025

Weiterlesen … Perlen auf IQES 7 (01.10.2025)

Header für Perlen auf IQES

Lernprozesse professionell begleiten – die Entwicklung lernfreundlicher Haltungen bei Lernenden

Beitrag von Ulrike Hofmeister und Friederike Juritsch (PH Kärnten)

In der aktuellen Diskussion zur Weiterentwicklung des Lehrberufs rückt nicht mehr ausschließlich das Lehren, sondern verstärkt das Lernen der Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt. Lehrkräfte übernehmen zunehmend die Rolle von Lernbegleiter/innen oder Lerncoaches, anstatt sich auf die reine Vermittlung von Inhalten zu konzentrieren. Dieser Rollenwandel fördert einerseits die Selbstständigkeit der Lernenden und trägt andererseits zu einem nachhaltigeren, wirksameren und motivierenden Unterricht bei.

Lernende in ihrer individuellen Entwicklung von Kompetenzen und Fertigkeiten zu unterstützen, ist zentrale Aufgabe von Lehrpersonen. Dabei ist es bedeutend, mit welcher Haltung Lernende sich mit den Lerninhalten auseinandersetzen. Eine lernförderliche Haltung beinhaltet Einstellung, Motivation und das Selbstkonzept beim Lernen und hat eine positive Auswirkung auf Lernprozesse, Leistungssteigerung und den Aufbau von Resilienz sowie Frustrationstoleranz. Eine gut etablierte Feedbackkultur und Fehlerfreundlichkeit im Unterricht bilden die Basis für eine professionelle und konstruktive Lernbegleitung bzw. Lernunterstützung. Sie schaffen ein Umfeld, in dem Lernende den Mut haben, Neues auszuprobieren und Rückmeldungen als Chance zur Weiterentwicklung zu verstehen (Hameyer, 2018; Reusser, 2018; Reusser, Lipowsky & Pauli, 2021).


Viele Lehrpersonen stellen sich die Frage, wie sie Lernende darin bestärken können, eine solche lernfreundliche Haltung zu entwickeln. Der Praxiskoffer Mindset von Nicole Steiner bietet hierzu wertvolle Impulse mit Videos, Unterrichtsideen, Karten und Lerndenkblättern, die anschaulich verdeutlichen, wie Denkmuster und Haltungen bei Lernenden entstehen – und wie sie sich durch gezieltes, lernförderliches Feedback verändern und stärken lassen (Steiner, 2025). 

Die Unterlagen bauen auf den Erkenntnissen der amerikanischen Psychologin Carol Dweck zu Motivation und Mindset auf. Dweck unterscheidet zwischen starren Denkweisen (Fixed Mindset) und dynamischen, entwicklungsorientierten Denkweisen (Growth Mindset). Growth Mindset bezieht sich auf eine offene, lernorientierte, interessierte Haltung bzw. entwicklungsorientierte Denkweise der Lernenden (Dweck, 2015). 

Übersicht zu den Angeboten auf IQES in Bezug auf die Arbeit mit Mindsets

Lerndenkblätter

Besonders die Lerndenkblätter im Praxiskoffer Mindset bieten die Möglichkeit, Schüler/innen zur Selbstreflexion anzuleiten, sich über ihre eigenen Lernwege auszutauschen und die Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen (Steiner, 2017).


Lerncoaching und Materialien auf IQES

Feedback und Lerncoaching tragen wesentlich zur Förderung eines Growth Mindsets bei. Lernende erfahren dadurch, dass sich Anstrengung lohnt, Entwicklung möglich ist und Lernen als lebenslanger, offener Prozess verstanden werden kann. Wie wirksames Lerncoaching aufgebaut und im Unterricht eingesetzt werden kann, zeigen zahlreiche Texte und Materialien auf IQES online. Die Materialien eignen sich für alle Schultypen und können sowohl für den Aufbau eines Lerncoachings als auch für die Weiterentwicklung bereits bestehender Feedback- und Coachingsysteme genutzt werden.

Brägger bezeichnet diese Grundlage als “eine Gesprächsführung, die Entwicklung ermöglicht und Potenziale freisetzt” (2024) und stellt auf IQES acht Schlüssel zum erfolgreichen Lerncoaching vor – die bei der Kompetenz der Lehrpersonen beginnen.  Diese acht Schlüssel beinhalten auch klare Beobachtungskriterien von Lerncoachinggesprächen und Fragen zur Selbstreflexion, die Lehrpersonen helfen, ihre Gesprächsführung bewusst zu analysieren. So können sie gezielt einzelne Bereiche ihrer Coachingpraxis weiterentwickeln und strukturiertes kollegiales Feedback nutzen.

Im Lerncoaching sollen Schülerinnen ihre Lernprozesse zunehmend besser verstehen, reflektieren und eigenständig steuern lernen. Um ein individuelles Lerncoaching erfolgreich aufzubauen, braucht es eine solide Grundlage in der Kommunikation zwischen Lehrpersonen und Lernenden. Gerold Brägger beschreibt acht Lerncoaching-Qualitäten, die zur Steigerung der Gesprächskompetenz von Lehrpersonen beitragen – darunter Autonomie und Selbstverantwortung, Fragetechniken und Gesprächsteuerung und Lösungsorientierung und Ressourcenaktivierung.

Um diese Kompetenzen gezielt zu trainieren, bieten Gerold Brägger und Nicole Steiner in ihrem Werk “Training von Gesprächskompetenzen für das Lerncoaching” (2025) eine Vielzahl praxisnaher Trainingssettings an. Auf Grundlage dieser reflektierten Gesprächsführungskompetenz können im nächsten Schritt Methoden für die konkrete Durchführung von Lerncoaching entwickelt werden.

Darüber hinaus stellt Gerold Brägger in “Strategien und Gesprächstechniken für herausfordernde Lerncoaching-Gespräche” umfangreiche Materialien für den Umgang mit Widerständen und emotionalen Reaktionen von Lernenden bereit. Diese unterstützen Lehrpersonen dabei, Vertrauen aufzubauen und Lernprozesse wirksam zu begleiten (2024).

Weiters wird bereits das Erscheinen eines Fragen-Kartensets für das Lerncoaching, das unterschiedliche Kategorien von Fragen enthalten soll, auf IQES angekündigt. Wir warten schon gespannt darauf.

Eine lernfreundliche Haltung entsteht nicht zufällig, sondern durch eine bewusste pädagogische Begleitung. Zentral dafür sind eine offene Feedbackkultur, die Fehler als Lernchancen begreift sowie ein reflexives Lerncoaching, das individuelle Lernprozesse sichtbar und gestaltbar macht.

Durch die kontinuierliche Reflexion über Lernprozesse und Rückmeldungen können sowohl Lehrpersonen als auch Lernende eine wachstumsorientierte Haltung (Growth Mindset) entwickeln. Diese Haltung stärkt nicht nur die Lernfreude und Selbstwirksamkeit der Schüler/innen, sondern trägt langfristig auch zu einer nachhaltigen Schulentwicklung bei.


Lerncoaching: Kartenset für Lehrpersonen zur Gesprächsführung

Schließlich bietet die IQES-Perle “Lerncoaching: Kartenset für Lehrpersonen zur Gesprächsführung” von Christina Beilharz (2025) eine weitere Hilfestellung beim Aufbau einer systematisch durchgeführten Lernbegleitung. Die Karten vermitteln zentrale Prinzipien des Lerncoachings und bieten praktische Handlungshinweise. Sie lassen sich im Team oder Kollegium als Grundlage für Austausch und gemeinsame Arbeit nutzen. 

Gleichzeitig unterstützen sie auch die persönliche Vorbereitung auf ein Lernberatungsgespräch. Besonders hilfreich sind die kurze Zusammenfassung der Grundlagen der Gesprächsführung und die übersichtliche Darstellung der sechs Phasen eines Lerncoaching-Gesprächs. Sowohl Einsteiger/innen in das Lerncoaching als auch Lehrpersonen mit Coaching-Erfahrung können von den gesammelten Materialien des Methodenkoffers profitieren.


Literatur:

Beilharz, C. (2025). Lerncoaching: Kartenset für Lehrpersonen zur Gesprächsführung. https://www.iqesonline.net/unterrichten/formatives-feedback/lerncoaching-kartenset-lehrpersonen/.

Brägger, G. (2024). Acht Schlüssel zum erfolgreichen Lerncoaching. https://www.iqesonline.net/unterrichten/formatives-feedback/methodenkoffer-lerncoaching/acht-schluessel-zum-erfolgreichen-lerncoaching/.

Brägger, G. & Steiner, N. (2025). Training von Gesprächskompetenzen für das Lerncoaching. Übungen von Rollenspielen. https://www.iqesonline.net/unterrichten/formatives-feedback/lerncoaching-kartenset-lehrpersonen/

Dweck, C. (2017). Mindset. Robinson.

Hameyer, U. (2018). Lerncoaching unterwegs. Journal für Schulentwicklung. 22(2), 8–14.

Reusser, K. (2018). Lerncoaching – Modische Worthülse oder Beitrag zu einer tiefenorientierten, schüleradaptiven Lernförderung? Journal für Schulentwicklung, 22(2), 61–65.

Reusser, K., Lipowsky, F. & und Pauli, C. (2021). Eine kognitiv aktivierende Lernumgebung gestalten. PÄDAGOGIK 11, 8–13.

Steiner, N. (2025). Praxiskoffer Mindset. https://www.iqesonline.net/lernen/lernen-lernen/mindset-lernfreundliche-haltungen-entwickeln/praxiskoffer-mindset/.

Steiner, N. (2017). Lerndenkblatt. In Praxiskoffer Mindset. https://www.iqesonline.net/lernen/lernen-lernen/mindset-lernfreundliche-haltungen-entwickeln/praxiskoffer-mindset/.


Autorinnen:

Ulrike Hofmeister (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) und Friederike Juritsch (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) – Schulentwicklungsberaterinnen und Lehrende an der PH Kärnten

Für Fragen stehen beide gerne zur Verfügung!

Letzte Aktualisierung: 11.12.2025

Weiterlesen … Perlen auf IQES 8 (17.12.2025)

Header für Perlen auf IQES

Unterrichtsqualität entlang des Qualitätskreislaufs wirksam weiterentwickeln

Beitrag von Manuela Radler (PH Steiermark)

Für die QMS Post – Ausgabe 9 (März 2026) greift dieser Beitrag in der Rubrik „Perlen auf IQES“ den Themenschwerpunkt Weiterentwicklung von Unterrichtsqualität auf. Ziel ist es, Lehrpersonen konkrete Anregungen zu geben und die Weiterentwicklung von Unterricht systematisch entlang des Qualitätskreislaufs zu rahmen. IQES online bietet hierfür praxisnahe Instrumente, Materialien und Werkzeuge.

Die folgenden ausgewählten „Perlen“ werden entlang zentraler Phasen des Qualitätskreislaufs gebündelt: Reflexion und Feedback als Grundlage professioneller Unterrichtsentwicklung sowie die gezielte Weiterentwicklung von Lernen und Lehren im Sinne wirksamer, individualisierter und digital anschlussfähiger Lernsettings.


1. Reflexion und Feedback als Ausgangspunkt professioneller Unterrichtsentwicklung

Eine nachhaltige Weiterentwicklung von Unterricht beginnt mit systematischer Reflexion: Beobachtung, Selbsteinschätzung und Feedback liefern hierfür datenbasierte Impulse und schaffen eine gemeinsame Basis für Unterrichtsqualität.

1.1 Unterricht beobachten: Unterrichtsbeobachtungsbogen „Unterrichtsqualität“

Unterrichtsbeobachtungsbögen ermöglichen eine strukturierte Analyse von Unterricht (eine Übersicht über verschiedene Evaluations- und Feedbackinstrumente, u.a. auch verschiedene Beobachtungsbögen, siehe hier). Sie orientieren sich an empirisch gesicherten Qualitätsmerkmalen wie bspw. kognitiver Aktivierung, Klassenführung und Strukturierung, Lernunterstützung und Feedback sowie Lernklima und Beziehungsgestaltung.

Praxisnutzen: Besonders im Rahmen kollegialer Hospitationen (für kollegiales Feedback siehe hier) unterstützen diese Bögen eine strukturierte (Fremd-)Beobachtung einzelner Qualitätsdimensionen und fördern eine professionelle, wertschätzende Gesprächskultur über Unterricht.

1.2 Unterricht aus Sicht der Lernenden: Schüler*innen-Feedback

Das Schüler*innen-Feedback ergänzt die Beobachtungsperspektive durch die Sicht der Lernenden. Erprobte Instrumente ermöglichen Rückmeldungen u.a.  zur Verständlichkeit des Unterrichts, zur Unterstützung im Lernprozess, zur Aktivierung sowie zum Lern- und Beziehungsklima.

Praxisnutzen: Kurze, fokussierte Feedbackformate lassen sich niederschwellig einsetzen. Die Durchführung und gemeinsame Reflexion stärkt Partizipation und unterstützt eine lernorientierte Feedbackkultur. Zudem fördert es das miteinander und voneinander Lernen sowie die Weiterentwicklung eines schüler*innenzentrierten Unterrichts.

1.3 Eigene Praxis reflektieren: Selbsteinschätzung Unterrichtsqualität

Die Selbsteinschätzungsinstrumente auf IQES (eine Übersicht über verschiedene Evaluations- und Feedbackinstrumente, u.a. auch verschiedene Selbsteinschätzungsbögen, siehe hier) bieten Lehrpersonen eine strukturierte Möglichkeit, die eigene Praxis entlang der Qualitätsmerkmale zu reflektieren. Sie unterstützen dabei, Stärken sichtbar zu machen, Entwicklungsfelder zu identifizieren und individuelle Schwerpunkte zu setzen.

Gemeinsam bilden Beobachtung, Feedback und Selbsteinschätzung eine kohärente Reflexionsarchitektur im Sinne des Qualitätskreislaufs: Wahrnehmen – Analysieren – Schlussfolgern – Weiterentwickeln.


2. Unterricht gezielt weiterentwickeln: Wirksames, individualisiertes und digitales Lernen gestalten

Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse aus Reflexion, Feedback oder Selbsteinschätzung richtet sich der Blick danach auf die konkrete Weiterentwicklung von Lernprozessen und Lehrsettings. IQES unterstützt Lehrpersonen dabei, Unterricht lernwirksam zu gestalten und zugleich individualisierte sowie digital gestützte Lernformate systematisch zu integrieren.

2.1 Wirksame Lernprozesse gestalten

In den Bereichen „Lernen und Unterrichten“ finden sich beispielsweise vielfältige Aufgabenformate mit Tiefenstruktur, Methodenkoffer für kooperatives und selbstständiges Lernen oder Werkzeuge zur Strukturierung von Lernprozessen.

Praxisnutzen: Diese vielfältigen Materialien unterstützen kognitiv aktivierenden Unterricht, regen aktives Denken an und fördern Kooperation sowie Selbststeuerung. Sie eignen sich sowohl zur Weiterentwicklung bestehender Unterrichtseinheiten als auch zur Planung neuer Lernsettings.

2.1 Wirksame Lernprozesse gestalten

In den Bereichen „Lernen und Unterrichten“ finden sich beispielsweise vielfältige Aufgabenformate mit Tiefenstruktur, Methodenkoffer für kooperatives und selbstständiges Lernen oder Werkzeuge zur Strukturierung von Lernprozessen.

Praxisnutzen: Diese vielfältigen Materialien unterstützen kognitiv aktivierenden Unterricht, regen aktives Denken an und fördern Kooperation sowie Selbststeuerung. Sie eignen sich sowohl zur Weiterentwicklung bestehender Unterrichtseinheiten als auch zur Planung neuer Lernsettings.

2.2 Individualisierung und Digitalisierung als Entwicklungsdimensionen

Unterrichtsqualität zeigt sich zunehmend auch in der Fähigkeit, Lernprozesse zu differenzieren und digitale Werkzeuge lernwirksam einzusetzen. IQES bietet hierzu Materialien wie Lernpläne, Lernbüro-Modelle sowie Anregungen zur reflektierten Nutzung digitaler Medien (für den Punkt differenziertes Lernen siehe hier, für Bildung digital siehe hier).

Praxisnutzen: Individualisierung und Digitalisierung sollen nicht als Zusatz verstanden werden, sondern als integrale Weiterentwicklungsdimensionen wirksamen Unterrichts. Sie ermöglichen einen Transfer in individuelle Lernwege, adaptive Unterstützung und zeitgemäße Lernformen.

Die vorgestellten Instrumente unterstützen insbesondere die Phase der Umsetzung im Qualitätskreislauf. Mithilfe dieser lassen sich aus identifizierten Entwicklungsfeldern konkrete Gestaltungsentscheidungen für Unterricht ableiten und erproben.


Fazit: Unterrichtsentwicklung systematisch denken und praxisnah gestalten

Die vorgestellten IQES-Perlen verdeutlichen, wie Unterrichtsqualität auf Basis des Qualitätskreislaufs weiterentwickelt werden kann: durch strukturierte Reflexion, professionelles Feedback und die gezielte Gestaltung wirksamer, individualisierter und digital anschlussfähiger Lernprozesse kann Unterricht erfolgreich weiterentwickelt werden.

IQES bietet hierfür Orientierung, Instrumente und praxisnahe Unterstützung. Der Beitrag lädt Lehrpersonen ein, einzelne „Perlen“ gezielt auszuwählen und Unterrichtsentwicklung als kontinuierlichen, evidenzorientierten Prozess zu gestalten.

Autorin:

Manuela Radler von der PH Steiermark (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Für Fragen steht die Autorin gerne zur Verfügung!

Letzte Aktualisierung: 11.03.2026

Weiterlesen … Perlen auf IQES 9 (25.03.2026)

Header für Perlen auf IQES

Gemeinsam entdeckt: Was sind für uns „wirksame IQES-Perlen“?

Studierende, Lehrpersonen und Hochschullehrende machen sichtbar, welche IQES-Instrumente für bewegtes Lernen, positive Pädagogik und kompetenzorientierte Unterrichtsentwicklung sie als Highlights – als besonders schimmernde Perlen – ansehen.

Beitrag von Claudia Weinzettl, Petra Lichtenschopf, Melanie Wallner und Birgit Schmiedl (PH Niederösterreich)

IQES stellt eine Vielzahl konkreter, praxiserprobter Materialien und Werkzeuge für Unterrichtsentwicklung und Schulqualität bereit. Eine zentrale Herausforderung liegt darin, aus diesem umfangreichen Angebot jene Instrumente auszuwählen, die für spezifische pädagogische Zielsetzungen, schulische Entwicklungsprozesse und konkrete Unterrichtssituationen besonders geeignet erscheinen. Die Pädagogische Hochschule Niederösterreich bringt in diese Auswahl die Perspektiven von Lehramtsstudierenden, Lehrpersonen sowie Hochschullehrenden ein.

Im Rahmen von Lehrveranstaltungen der Aus- und Fortbildung an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich wurden im Wintersemester 2025/26 Teilnehmende (64 Lehrpersonen und 29 Studierende im 3. Semester) eingeladen, jene IQES-Instrumente zu benennen, die sie aus ihrer Sicht als besonders hilfreich, innovativ oder wirksam einschätzen. Die dabei gewonnenen Rückmeldungen bildeten die Grundlage für die weitere Auswahl.

Die Entscheidung für die drei in dieser Ausgabe vorgestellten Perlen erfolgte anschließend im QMS-Team. Dabei wurden mehrere Kriterien berücksichtigt: die Relevanz aktueller bildungs- und schulentwicklungsbezogener Themen, die in der Schulentwicklungsberatung sichtbar werdenden Bedarfe der Schulen sowie die thematische Anschlussfähigkeit an bisherige Ausgaben der QMS-Perlen. Auf diese Weise verbindet die Auswahl empirisch gestützte Rückmeldungen aus der Aus- und Fortbildung mit professioneller Expertise aus Qualitätsmanagement und Schulentwicklungsberatung.

1.    Highlight aus Studierendenperspektive: Digital der Natur auf der Spur

Lernen in der Natur mit digitalen Medien: https://www.iqesonline.net/unterrichten/lernraum-natur-dorf-stadt/lernen-natur-mit-digitalen-medien/

Inhalt: Eine Sammlung von Apps und Ideen für die Unterrichtsentwicklung, die Kinder dabei unterstützen, die Natur zu entdecken.

Einsatz und Methoden:
Naturbeobachtungen werden gezielt mit digitalen Anwendungen zur praxisnahen Erschließung biologischer Inhalte verknüpft. Theoretisches Wissen wird im realen Umfeld angewendet und überprüft, etwa durch den Einsatz verlinkter Apps oder durch den Impuls, die Beobachtungen in digitalen Sammlungen bzw. in Lerntagebüchern zu dokumentieren.

Mehrwert:

  • Situiertes, handlungsorientiertes Lernen im authentischen Kontext
  • Funktionale Integration digitaler Werkzeuge in naturwissenschaftliche Lernprozesse
  • Förderung von Beobachtungskompetenz, forschendem Lernen und Problemlösefähigkeit
  • Steigerung von Motivation und Eigenaktivität durch entdeckendes Arbeiten

Aus der Perspektive der Studierenden überzeugt dieses IQES-Highlight durch die konsequente Verbindung von Naturerfahrung, Fachlernen und digitaler Kompetenzentwicklung.

Digitale Medien werden hier nicht konsumtiv, sondern explorativ eingesetzt. Die Kombination aus Naturerlebnissen und digitalen Anwendungen ermöglicht es Schüler*innen, theoretisches Wissen unmittelbar praktisch zu erproben. Lernen findet im authentischen Kontext statt – beobachtend, forschend, dokumentierend und reflektierend.

Besonders wirkungsvoll erscheinen den Studierenden diese drei Werkzeuge für Biologie und Umweltkunde:

Picture Insect: Insektenbestimmung per Foto mithilfe künstlicher Intelligenz, ergänzt durch Hintergrundinformationen und Dokumentationsmöglichkeiten.


BirdNET: KI-gestützte Erkennung von Vogelarten anhand ihres Gesangs; Biodiversität wird akustisch erfahrbar.


Schmetterlinge bestimmen: Artenbestimmung über Merkmalsfilter, auch offline nutzbar und damit exkursionsgeeignet.



Deutlich wird: Digitale Medien fungieren hier nicht als Zusatz, sondern als didaktisch eingebettete Werkzeuge, die Beobachtungskompetenz, naturwissenschaftliches Denken und selbstständiges Lernen fördern.

Der pädagogische Mehrwert zeigt sich auf mehreren Ebenen:

  • Situiertes Lernen im realen Kontext: Fachwissen wird handlungsorientiert erworben und mit authentischen Naturerfahrungen verknüpft.
  • Kompetenzentwicklung auf mehreren Ebenen: Naturwissenschaftliche und digitale Kompetenzen werden funktional und integriert gefördert.
  • Motivation durch entdeckendes Lernen: Eigenaktivität, Neugier und nachhaltiges Interesse werden gezielt gestärkt.

So entsteht ein konsistentes Bild: Lernen findet kontextgebunden statt, verbindet Theorie und Praxis und unterstützt zugleich fachliche wie digitale Kompetenzentwicklung.

Die Studierenden schätzen IQES als Inspirationsquelle für die konkrete Unterrichtsgestaltung sowie die niederschwellige Umsetzbarkeit der präsentierten Inhalte, etwa durch die direkte Verlinkung zu Google Play oder dem Apple App Store.


2. Highlight aus Lehrendenperspektive: Positive Pädagogik – Schulentwicklung

Positive Pädagogik – IQES: https://www.iqesonline.net/
schulentwicklung/gute-gesunde-schule/positive-paedagogik/

Ausgewählte Perle: „Das Kind kann was“

IQES-Inhalt:
Aus den aktuell acht Beiträgen zur positiven Pädagogik, die unterschiedliche Impulse zu Achtsamkeit, wertschätzender Schule, Optimismus und Glück bieten, wählten die Pädagog*innen den Artikel „Das Kind kann was“ als schimmerndste Perle.

Einsatz und Methoden:

Der Fokus liegt auf den Stärken und Talenten der Schüler*innen und wird im Schulalltag aktiv gelebt, etwa durch Lobbriefe, Komplimentekarten zur Stärkung des Selbstvertrauens oder ein Schüler*innenparlament zur Förderung der Mitbestimmung. Dadurch werden das Selbstwertgefühl und die Lernmotivation gestärkt sowie ein wertschätzendes Schulklima gefördert.

„Das Kind kann was“ – Eine Schule, die Mut macht

Der Artikel zeigt am Beispiel der Gebrüder-Grimm-Grundschule eindrucksvoll, wie eine Kultur der Wertschätzung Schulentwicklung nachhaltig prägen kann. Die Schule, einst als „Brennpunktschule“ bezeichnet, entwickelte unter der Leitung von Schulleiter Frank Wagner eine systematische Kultur des Lobs. Heute ist sie mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet – ein sichtbares Zeichen für gelungene Transformation.

Besonders überzeugt die konkrete Umsetzbarkeit der Maßnahmen:

  • Lobbriefe, die individuelle Stärken sichtbar machen
  • Komplimentekarten, die auch von Schüler*innen untereinander vergeben werden
  • Talenturkunden, die Begabungen am Ende der Grundschulzeit würdigen
  • Schulversammlungen, in denen Anerkennung öffentlich gelebt wird

Aus Lehrendenperspektive wird hier deutlich: Wertschätzung ist keine Zusatzmaßnahme, sondern eine professionelle Haltung, die systematisch verankert werden kann. Sie stärkt Selbstwertgefühl und Eigenverantwortung der Kinder und wirkt sich nachweislich positiv auf Schulklima, Leistungsentwicklung und soziales Miteinander aus.

Besonders inspirierend ist, dass dieses Konzept nicht isoliert bleibt. Über IQES erhalten Lehrpersonen Zugang zu praxisbewährten Materialien, Reflexionsimpulsen und Schulentwicklungsinstrumenten, die helfen, solche Haltungen strukturiert in die eigene pädagogische Praxis zu integrieren.

Zitat: „Für mich als junge Lehrerin ist dieses Beispiel ein starkes Signal: Schule kann Mut machen – wenn sie konsequent auf Stärken baut.“ Auch hier wird sichtbar, dass die IQES-Nutzer*innen es schätzen, dass viele Inhalte gut in die eigene Arbeits- und Erlebenswelt übertragen und sowie direkt ausprobiert und eingesetzt werden können.


3. Highlight aus Hochschullehrendenperspektive: Hands-on-Methoden – Kompetenzunterstützung für die Arbeit mit Gruppen

IQES-Inhalte:
Die 30-seitige Broschüre, die als PDF heruntergeladen werden kann, bietet für viele Moderationssituationen passende Methoden. Nach einer Übersicht werden die einzelnen Überlegungen und Methoden praxisnah, umsetzungsorientiert und ‚kurz und knackig‘ beschrieben. Dabei werden sowohl die einzelnen Schritte zur Durchführung als auch die Moderationsregeln und Beispiele mit anschaulichen Mustergrafiken dargestellt.

Diese Perle überzeugt auch durch ihre vielseitige Verwendbarkeit. Schulentwicklungsteams und Q-SK finden hier Impulse, um partizipative Prozesse zu gestalten. Schulleitungen bekommen Inspirationen zur Gestaltung von Konferenzen und Lehrkräfte finden Methoden zur Vorbereitung kooperativer Unterrichtsformen.

Wie auch die anderen beiden Perlen ermöglicht sie eine rasche und unkomplizierte Umsetzung im pädagogischen Alltag.


4. Fazit

„IQES steht aus unserer Sicht für:“

  • lernwirksam strukturierten Unterricht,
  • stärkenorientierte Schulentwicklung,
  • den sinnvollen und kontextbezogenen Einsatz digitaler Medien
  • und konkret umsetzbare Instrumente für Qualitätsentwicklung im Schulalltag.

Perle 10 verdeutlicht exemplarisch, wie Unterrichts- und Schulentwicklung fachlich fundiert, praxisnah und zugleich inspirierend gestaltet werden können. Damit erweist sich IQES als eine Plattform, die pädagogische Qualität nicht nur sichtbar macht, sondern wirksam in die Praxis überführt. In der Verbindung von wissenschaftlicher Orientierung, konkreter Anwendbarkeit und pädagogischer Relevanz entfaltet IQES seinen besonderen Wert für Studierende, Lehrpersonen und Hochschullehrende und leistet zugleich einen überzeugenden Beitrag zu einer zeitgemäßen und qualitätsvollen Bildungspraxis.


Autorinnen:

Claudia Weinzettl, Petra Lichtenschopf, Melanie Wallner und Birgit Schmiedl von der PH Niederösterreich 

Für Fragen steht Claudia Weinzettl (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) gerne zur Verfügung!

Letzte Aktualisierung: 10.06.2026

Weiterlesen … Perlen auf IQES 10 (10.06.2026)

Weitere Beiträge …