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QMS 2.0 mit Fragezeichen

michaela jonach

Die individuelle Kompetenzmessung PLUS (iKMPLUS) ist ein Instrument zur standardisierten Erfassung der Grundkompetenzen von Schülerinnen und Schülern. Die iKMPLUS liefert auf unterschiedlichen Ebenen verlässliche Daten und Indikatoren für eine evidenzinformierte Unterrichtsentwicklung, so etwa für die Förderdiagnostik gleichzeitig aber auch für die gezielte Schul- und Systementwicklung.

iKMPLUS Logo

In der Ausgabe 7 vom 30. September 2025 haben wir mit Julia Walter, MA, operative Projektleitung der iKMPLUS im Bundesministerium für Bildung, Abteilung III/4 – Bildungsstatistik und -monitoring – über die Unterrichtsentwicklung im Zusammenhang mit der iKMPLUS gesprochen. Nun, nach der kürzlich erfolgten, erstmaligen Veröffentlichung der dreijährlichen Ergebnisse der iKMPLUS auf der Primarstufe für den 1. Zyklus (2023-2025), möchten wir die Perspektive auf die Schulpraxis richten und erfahren, wie sich Schulentwicklung vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse gestaltet. In einem Interview haben wir Julia Walter, MA, erneut befragt.


Frau Walter, seit 10. März 2026 liegen nun erstmalig die iKMPLUS-Ergebnisse aus drei Jahren iKMPLUS auf der Primarstufe vor, im Herbst werden die Ergebnisse auf der Sekundarstufe I folgen.

1. Welchen Nutzen haben diese dreijährlichen Ergebnisse für Schulleitungen und SQM? Wie genau kann die iKMPLUS für die Schulentwicklung verwendet werden?

Im Unterschied zu den jährlich erhobenen iKMPLUS-Daten, die in erster Linie den Schülerinnen und Schülern sowie deren Erziehungsberechtigten, den Lehrpersonen aber auch der Schulleitung zur individuellen Förderung und zur Unterrichtsentwicklung dienen, bieten die nun vorliegenden dreijährlichen iKMPLUS-Ergebnisse eine wesentlich aussagekräftigere Datengrundlage über die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in zentralen Unterrichtsfächern an einem Schulstandort.

Die dreijährlichen Ergebnisse aggregieren die Resultate aus drei Jahrgängen, also aus drei aufeinanderfolgenden Kohorten. Dadurch werden spezifische Besonderheiten einzelner Jahrgänge, die sogenannten Kohorteneffekte, weitgehend ausgeglichen. Ergänzend stellt das Konzept der iKMPLUS durch die verpflichtende Erhebung in allen Modulen und den Einsatz einer Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben über die drei Jahre eines Zyklus hinweg sicher, dass ein breites Spektrum wesentlicher Themen und Fähigkeiten, die sogenannte Konstruktabdeckung, abgebildet wird. Damit bieten die dreijährlichen iKMPLUS-Ergebnisse erstmals seit den Bildungsstandardüberprüfungen wieder eine solide, vergleichbare Datengrundlage für die Beschreibung von Schülerkompetenzen sowohl an den einzelnen Schulstandorten als auch in der jeweiligen Bildungsregion sowie im Bundesland. Neu ist zudem die Möglichkeit für Schulen, die eigenen Ergebnisse im Kontext anderer Schulen mit ähnlicher sozioökonomischer Ausgangslage, also innerhalb der gleichen SÖL-Kategorie, zu betrachten.

Wesentlich zu beachten ist allerdings, dass die iKMPLUS-Ergebnisse zwar aufzeigen, wie gut Schülerinnen und Schüler die Bildungsstandards erreichen, nicht jedoch, worin die Ursachen für diese Ergebnisse liegen. Dazu benötigt es ergänzende schulische Daten – beispielsweise aus der internen oder externen Schulevaluation oder aus dem Schuldatenblatt. Entscheidend ist daher, die iKMPLUS-Ergebnisse stets in den Gesamtkontext, in das sogenannte „Bigger Picture“, der Schule einzubetten. Nur so lassen sich daraus aussagekräftige Impulse für die gezielte Schul- und Unterrichtsentwicklung gewinnen.

Abbildung: Das Bigger Picture der datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung

Abb. 1: Das Bigger Picture der datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung


2. Wie und wo erhalten Schulen Unterstützung bei der Interpretation, Analyse und Nutzung der dreijährlichen Daten?

Wie die Daten letztlich genutzt werden können und welche Unterstützung Schulleitungen hierbei erhalten, verdeutlicht ebenfalls das „Bigger Picture“. Das IQS stellt im Zuge der Verteilung der 3-Jahres-Schulrückmeldungen Begleitmaterialien bereit, welche die Schulleitungen beim Lesen und Interpretieren dieser Rückmeldungen unterstützen sollen. Ergänzend dazu wurde, in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung, eine eigene Online-Schulung (MOOC) speziell für Schulleitungen entwickelt. Ziel dieser Online-Fortbildung ist es, Schulleitungen gezielt in der Interpretation und Reflexion der dreijährlichen iKMPLUS-Ergebnisse zu stärken. Konkret beinhaltet die Schulung umfassende Foliensätze und erläuternde Videos, in denen sowohl die Zielsetzungen der Rückmeldungen als auch konkrete Hinweise zur Interpretation der Ergebnisgrafiken praxisnah vermittelt werden. Darüber hinaus liefert die Schulung Anregungen und Impulse, wie mit den Rückmeldungen konkret an den jeweiligen Schulstandorten gearbeitet werden kann.

Die Nutzung der dreijährlichen iKMPLUS-Ergebnisse ist, wie auch das Bigger Picture zeigt, im Qualitätskreislauf der Schulen verankert. Schulleitungen sichten und interpretieren die Ergebnisse, leiten daraus Schlussfolgerungen ab und planen auf dieser Grundlage gezielte schulische Entwicklungsmaßnahmen. Nach der Umsetzung werden die Maßnahmen überprüft und die daraus gewonnenen Erkenntnisse erneut in den Entwicklungsprozess eingebracht. Die Schulaufsicht begleitet und unterstützt die Schulleitungen insbesondere beim Interpretieren und Reflektieren der Ergebnisse. Dies erfolgt unter anderem im Rahmen der Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräche, in denen gemeinsam weitere Schritte zur Schulentwicklung abgeleitet werden.

Insgesamt bietet dieses Zusammenspiel aus fundierten Datengrundlagen, unterstützenden Materialien und gezielten Fortbildungsangeboten eine wertvolle Grundlage, um datenbasierte Schulentwicklungsprozesse zu begleiten und zu fördern.


3. Zum Abschluss: Zu letztem Mal als wir diese Frage gestellt haben, ist rund ein halbes Jahr vergangen. Haben sich seither neue Entwicklungsfelder für die Zukunft der iKMPLUS ergeben?

Mit dem Vorliegen der dreijährlichen iKMPLUS-Ergebnisse ist der erste Erhebungszyklus auf der 4. Schulstufe nun abgeschlossen. Wie wir aber gerne betonen: Nach der iKMPLUS ist vor der iKMPLUS. Bereits im Sommersemester 2026 startet der zweite Zyklus der Erhebung, während auf der Sekundarstufe I der neue Zyklus im Wintersemester 2026, nach Veröffentlichung der dreijährlichen Ergebnisse im Herbst, beginnt. Die bewährten Prozesse und der Ablauf rund um die iKMPLUS bleiben weiterhin unverändert.

Gleichzeitig gibt es Neuigkeiten aus der Initiative „Freiraum Schule“ des Bundesministeriums für Bildung. Auf Basis der dort gewonnenen Erkenntnisse werden erste Entlastungsmaßnahmen für Schulen in Bezug auf die iKMPLUS umgesetzt. Dazu zählen etwa die Verschlankung des freiwilligen Modulangebots sowie die automationsgestützte Bereitstellung von diagnostikbasierten Fördermaterialien. Auf diese Weise soll die iKMPLUS auch in Zukunft, bei gleichbleibendem Nutzen für die Schulen, noch effizienter und ressourcenschonender gestaltet werden.

Danke für das Interview!


letzte Aktualisierung: 19.03.2026

Weiterlesen … Schulentwicklung mit iKMPLUS

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Schulentwicklung sehen (Martin Hautz)

Ein Visualisierungskonzept zur Schulentwicklung der Mittel- und Sportmittelschule Königsweg Reutte

"Was man nicht sieht, existiert nicht" gilt auch für die Schulqualität. Transparenz, Kommunikation und Sichtbarmachung von Schulqualitätsmaßnahmen sind von größter Wichtigkeit. Schulen sind lebendige Qualitätssysteme, in denen Wachstum und Entwicklung nicht nur an akademischen Leistungen gemessen werden dürfen. Die Visualisierung von Engagement und Innovation der Handelnden ist ein wichtiger Fokus von QMS.

Abb. 1: Schulentwicklung visualisieren

Bildquelle: IQES online

Die wiederentdeckten agilen Methoden mit ihren Kanban-Boards als eine Art institutionalisierter Visualisierung systemischer Zusammenhänge (siehe hier auch den Beitrag "Agiles Projektmanagement mit Scrum" von Margit Fuchs in der ersten Ausgabe der QMS Post) greifen zurück auf die vom Automobilkonzern Toyota nach dem zweiten Weltkrieg eingeführten Designkärtchen (heute wäre „Post-it“ eine passende Übersetzung), die den Produktionsprozess revolutionierten und Toyota aus einer existentiellen Krise in die Liga weltweit führender Industrieunternehmen katapultierte.

Kanban-Boards als Bestandteil agiler Methoden der Schulentwicklung erobern die Konferenzzimmer, dem Zeitgeist entsprechend auch in digitaler Form. Waren bisher in Schulen an diversen Pinnwänden oder in Vitrinen eher offizielle Aussendungen, Menüpläne, Zeitungsartikel zu tagesaktuell diskutierten Schulthemen oder diverse Anzeigen aus dem Kollegium zu sehen, weht nun mit Kanban-Boards ein frischer Wind durch die Konferenzzimmer.


Die Mittel- und Sportmittelschule Königsweg Reutte geht einen anderen Weg und verwendet eine Schulentwicklungsinstallation, die alle Mitglieder der Bildungsgemeinschaft informiert und einbindet, um so eine Kultur der Transparenz und Zusammenarbeit zu fördern. Das Ziel dieses innovativen Kommunikationskanals ist es, einen demokratischen Informationszugang zu schulweiten Entwicklungen zu schaffen, bei dem alle Lehrkräfte und Teams rechtzeitig und transparent informiert und einbezogen werden. Gäbe es eine „Schulentwicklungsbiennale“ nach venezianischer Art, könnte man bei diesem Projekt vom „Reutte-Pavillon“ sprechen.

Die Idee der konkreten Visualisierung von Schulentwicklung in Reutte könnte für andere Schulen eine Möglichkeit sein, individuell und durchaus auch innovativ mit Schulentwicklung umzugehen. Je besser für alle an Schulqualität und Schulentwicklung Teilhabende die Ziele, Wege, Ergebnisse und Erfolge im öffentlichen Raum sichtbar sind, umso effizienter kann die Umsetzung von QMS gelingen. Die kreative Sichtbarmachung der pädagogischen Leitvorstellungen einer Schule wäre nach diesem Vorbild ebenfalls denkbar. Kommunikation und Transparenz sind jedenfalls zwei Eckpfeiler von Schulentwicklung im Team.


Die Installation

Drei parallele Bahnen führen entlang der Wand des zentralen Bereichs der Schule über zwei Ebenen. Die Verläufe der Schulentwicklungsthemen werden ausgehend von einer Starttafel auf Zeitlinien themenspezifisch dargestellt, erledigte Entwicklungsschritte grün markiert und weitere Wege als Laufbahnen bis zum Ziel im ersten Stock geführt. Im Startbereich zeigen die Logos von drei weißen T-Shirts die Entwicklungsthemen.

Abb. 2: Unterer Teil der Installation

Bildquelle: MS Königsweg Reutte

  • Abb. 3: Mittelteil der Installation

    Bildquelle: MS Königsweg Reutte

  • Abb. 4: Oberer Teil der Installation

    Bildquelle: MS Königsweg Reutte


Interview mit Schulleitung Myriam Koch, Q-SK Julia Tanaskovic und Q-SK Benedikt Guem (MS Königsweg Reutte)

Das folgende Interview zur visualisierten Schulentwicklung der Mittel- und Sportmittelschule Königsweg Reutte wurde mit der Schulleiterin Myriam Koch und den zwei Q-SK Julia Tanaskovic und Benedikt Guem geführt.


Frage 1: Wie seid ihr auf die Idee gekommen (bzw. wer ist auf diese Idee gekommen), eure Schulentwicklung im Schulgebäude sichtbar zu machen?

Schulentwicklung kann nur gelingen, wenn alle Lehrer/innen eingebunden sind. Somit muss man transparent arbeiten. Die einzelnen Teams, die intensiv am Schulentwicklungsplan arbeiten, müssen voneinander wissen und auch jene Lehrer/innen, die nicht direkt an einem der Themen beteiligt sind, müssen die Themen unseres Schulentwicklungsplanes kennen. Deshalb wollte ich als Schulleiterin den Schulentwicklungsplan für alle sichtbar machen. Das Gesamtergebnis war dann ein Gemeinschaftsprodukt unseres QMS-Teams, das sich regelmäßig zu Besprechungen trifft.

Wir stellten uns die Frage, wie wir im Rahmen des Schulalltags jede/jeden erreichen und miteinbeziehen können. Schlussendlich haben wir uns auf die Visualisierung im Treppenhaus zum ersten Stock geeinigt, da hier täglich jede/jeder vorbeigeht.


Frage 2: Welcher Aufwand (und für wen) war mit der Visualisierung verbunden?

Geplant hat diese Wand das QMS-Team. In einer Besprechung haben wir die Inhalte der Visualisierung festgehalten. Wir wollten kurz, klar und übersichtlich formulieren.

Die beiden Q-SKs haben die Wand gestaltet. Die Materialien haben die Q-SKs mit Hilfe einer Lehrerin für Technik und Design (Aufzeichnen der T-Shirts auf den Spanplatten) erstellt. Hierfür wurden die Informationen, die wir als QMS-Team erarbeitet haben und jene, die wir von den einzelnen Teamleitern der Schulentwicklungsthemen erhalten haben, zusammengetragen.

Geschätzter Aufwand: ca. 10 Stunden (verteilt auf Freistunden, Nachmittage)


Frage 3: Wie war die Reaktion seitens der Schüler/innen, der Lehrenden und der Eltern?

Die Schüler/innen waren während des Aufbaus und einige Zeit danach sehr neugierig und fragten beim Vorbeigehen, was das ist. Nach kurzen Erklärungen war aber deutlich, dass sie sich wenig unter "Schulentwicklung" vorstellen können. Die Schüler/innen finden die Sichtbarmachung des Schulentwicklungsplanes sicher interessant, allerdings sind das Kinder und Jugendliche im Alter von 10-14 Jahren, deren Sichtweise eines Schulalltages eine ganz andere ist als die der Lehrer/innen und der Direktorin. Diese Gespräche mit den Schüler/inne/n über Schulentwicklung waren ein Anfang.  Es gab uns aber den Ansporn, zu überlegen, bei welchen Themen eine Einbindung kindgerecht möglich ist.

Von Seiten der Lehrpersonen bekamen wir äußerst positives Feedback. Lehrerkollegen und -kolleginnen waren beim Aufbau ebenfalls interessiert. Die Lehrpersonen wissen über unsere drei großen Entwicklungsbereiche Bescheid. Viele von Ihnen sind bei der Schulentwicklung in Arbeitsgruppen involviert. Es wurde aber doch hervorgehoben, dass nun jeder Bescheid weiß, an welchen Projekten gearbeitet wird. 

An Elternabenden, am Vorstellungsabend oder Elternsprechtagen konnte ebenso ein Interesse seitens der Eltern festgestellt werden. Zudem wurden die Eltern an einem Elternabend zum Thema Handynutzung aktiv eingebunden und über unsere Vorgehensweise und Ziele der Schulentwicklung zu diesem Thema informiert.


Frage 4: Hat sich die Sichtbarmachung eurer Ziele und der Qualitätsarbeit gelohnt? Wird die „Installation“ auch upgedated?

Die Sichtbarmachung hat sich dahingehend gelohnt, da bereits erreichte Ziele und ausstehende Ziele visualisiert worden sind. Durch Gestaltung unseres Schulentwicklungsplans im Schulhaus wurde das Thema an sich verstärkt wahrgenommen. Ebenso wird sie stetig erweitert, sobald neue Schritte und Projekte erledigt wurden.


Frage 5: Wie waren eure Rückmelde- und Reflexionsschleifen zu diesem Projekt? Gab es Besprechungen? Feedbacks?

Das QMS-Team (Direktorin Myriam Koch, Benedikt Guem und Julia Tanaskovic) steht im regelmäßigen Austausch, hält Besprechungen ab, tauscht sich mit dem Kollegium aus und reflektiert Fortschritte und auch Verbesserungswünsche. Alle Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Arbeit zur Schulentwicklung werden bei Teamnachmittagen und Konferenzen kontinuierlich dem gesamten Team vorgestellt, gemeinsam reflektiert und besprochen. Weitere Schritte werden festgelegt und verfolgt.


Frage 6: Welche eurer Maßnahmen zur Umsetzung eures SEPs sind die wirkungsvollsten? Spielt das Sichtbarmachen von Entwicklungsplänen und -schritten eine Rolle?

Die wirkungsvollsten Maßnahmen aus den einzelnen Bereichen sind die Real-life-challenge, das erweiterte Sportangebot im Pausenhof und die Einrichtung des MINT-Raums.

Was die Real-life-challenge betrifft, haben uns die hohen Bildschirmzeiten, die mit den Applikationen „Digital Wellbeing“ und „Bildschirmzeit“ gemeinsam mit den Kindern evaluiert wurden, dazu bewogen, uns Challenges zu überlegen, die den Jugendlichen dabei helfen, aus der virtuellen Welt auszusteigen und im Real-life anzukommen, deshalb der Name. Auf unserer Homepage (www.nmsk.tsn.at) kann man sich die Challenges ansehen.

Die Real-life-challenge war bereits im letzten Jahr ein großer Erfolg, da sich die Bildschirmzeiten sichtbar verringert haben. So haben wir uns entschieden, diese heuer zu wiederholen, somit sehen die Kinder (verbildlicht an der Wand im Schulgebäude), dass sie Teil des Schulentwicklungsplans sind.

Abb. 5: Q-SK Julia Tanaskovic bei der Präsentation der Installation

Bildquelle: MS Königsweg Reutte

Dekoration: Visualisierung

Abb. 6: Visualisierung

Bildquelle: pixabay.com/de/

Für den Fortschritt des Schulentwicklungsplans sind vorwiegend Arbeitsgruppen zuständig, die fortlaufend an der Umsetzung der gesetzten Ziele arbeiten. Die Visualisierung des Plans hilft uns "am Ball zu bleiben". Bei jedem Gang vorbei an der Wand wird uns der Status quo des Schulentwicklungsplans und die künftigen Ziele präsentiert. Zudem erinnert uns diese Wand daran, weiterzuarbeiten und hält somit auch die Motivation am Leben. Sie hilft uns dabei, den roten Faden nicht zu verlieren, die Ziele im Auge zu behalten und ihnen Schritt für Schritt näher zu kommen.

Das Projekt der MS Reutte wurde im Rahmen eines Netzwerktreffens den Q-SK der Bildungsregion West vorgestellt und von den Anwesenden sehr interessiert aufgenommen.


Autor: 

Martin Hautz (Q-RK, Bildungsregion West), Interview mit Schulleitung Myriam Koch, Q-SK Julia Tanaskovic, Q-SK Benedikt Guem

Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

letzte Aktualisierung: 20.06.2024

Weiterlesen … Hilfreiches für die Qualitätsarbeit 2 (20.06.2024)

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10 Erfolgsfaktoren für die gelungene Schulentwicklung

Seit 2021 sind wir,  Petra Dürnberger,  Karin Sendlhofer und  Manfred Baumgartner, als Q-RK Team in gleicher Besetzung im Bundesland Salzburg im Einsatz. Wir betreuen gemeinsam ca. 340 Schulen aller Schularten. In regelmäßigen Vernetzungstreffen tauschen wir uns mit den Qualitäts-Schulkoordinator/inn/en (Q-SK) der Standorte über Erfolgsfaktoren, aber auch Hürden bei der Implementierung von QMS aus. Wir sehen sehr viele positive Schulentwicklungsprozesse an den Schulen und immer wieder kann man erkennen, dass bestimmte Faktoren und Routinen zur erfolgreichen Umsetzung von strategischen Zielen führen.

Somit haben wir uns entschlossen, die 10 Top – Erfolgsfaktoren, die sich an den Standorten bewährt haben, für diese Ausgabe der QMS Post zusammenzufassen.

Abbildung Erfolgsfaktoren 1-5

1) Klare Vision und Ziele

Eine gemeinsame Vision für den Standort, die von allen Beteiligten verstanden und unterstützt wird, ist grundlegend. Schulen, die die pädagogischen Leitvorstellungen  im Team formulieren und ständig überarbeiten, haben einen klaren Fokus und können diese Visionen auf umsetzbare Ziele herunterbrechen. Sie sind nicht auf der Suche nach Schulentwicklungsthemen, sondern wählen Projekte gezielt gemäß ihrer Positionierung und Profilbildung aus.

2) Strukturiertes Vorgehen

Eine klare Rollenverteilung und Schulleiter/innen, die sich für Qualitätsentwicklung verantwortlich fühlen, sind weitere Gelingensfaktoren. Die Aufgabenverteilungen an den Standorten sind höchst unterschiedlich, jedoch sind jene Schulen im Prozess effektiver, an denen die Schulleitung die Schulentwicklung als Führungsaufgabe erkennt, entsprechend agiert und nicht die gesamte Verantwortung an Q-SK und/oder Lehrer/innen delegiert.

Regelmäßige Teamsitzungen, festgelegte Arbeitsphasen und Routinen erleichtern die Arbeit enorm. Hier gilt es als Führungskraft die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Als Anregung kann hier die Videoreihe „QMS an unserer Schule“ dienen, in der Schulleitungen über ihre Erfahrungen berichten.

Bild zu Videoreihe „QMS an unserer Schule“

3. Verlässliche Kommunikationswege

Jede Schule hat bestimmte Kommunikationswege entwickelt, die zur Organisation und Schulgröße passen. Entscheidend ist, dass QMS im Jahreskreis der Schule immer wieder präsent ist und laufend Entwicklungsschritte kommuniziert werden. Schulleitung und Lehrer/innen übernehmen Verantwortung und koordinieren gezielt Schulentwicklungsprojekte.

Schulen, die erfolgreich kommunizieren, informieren transparent, kompetent, rechtzeitig, sachlich und formal angemessen. Alle Beteiligten wissen, dass es im Bereich der Information eine Hol- und eine Bringschuld gibt.

4. Ressourcenplanung

Erfolgreiche Schulentwicklung braucht die nötigen Ressourcen (Zeit, Mitarbeiter/innen, Infrastruktur, etc.) und somit kurz-, mittel- und langfristige Planung. Die kontinuierliche Fort- und Weiterbildungsplanung stellt einen entscheidenden Erfolgsfaktor in der Schulentwicklung dar. QMS unterstützt mit hilfreichen Dokumenten zur systematischen Weiterentwicklung am Schulstandort.

Zur Ressourcenplanung gehört auch die Kooperation mit externen Partner/inne/n wie Gemeinden, Wirtschaftstreibenden und Fördervereinen. Klare Schulentwicklungsziele unterstützen die erfolgreiche Kommunikation mit diesen Stakeholdern.

5. Professionelle Personalentwicklung

Schulen, die Schulentwicklung erfolgreich betreiben, nutzen Unterstützungs-, Vernetzungs- und Fortbildungsangebote. Die Implementierung von QMS ist ein Prozess mit verschiedenen Geschwindigkeiten in der Umsetzung. Vernetzung und Fortbildung sind dabei essenzielle Erfolgsfaktoren.

Schulleitungen, die Q-SK gezielt auswählen und deren Fortbildung forcieren, unterstützen die Kooperation und Partizipation am Standort. Die Pädagogischen Hochschulen unterstützen QMS mit zahlreichen Fortbildungsmaßnahmen und einschlägigen Veranstaltungen bzw. Hochschullehrgängen für Schulleitungen, Q-SK und Lehrer/innen.

Abbildung Erfolgsfaktoren 6-10

6. Kontinuierliches Monitoring und Evaluation

Ergebnisse und Wirkungen lassen erkennen, was wir bereits erreicht haben bzw. von welchem Punkt aus wir starten. Erfolgreiche Standorte integrieren die interne Evaluation laufend im Schulalltag und datenbasiertes Arbeiten ist Teil der Schulkultur. Die Grundlage für die erfolgreiche Verwendung von Daten als Basis der Schulentwicklung ist jedoch eine ausgeprägte und etablierte Evaluationskultur. Hier braucht es viel Überzeugungsarbeit. IQES Österreich unterstützt Schulen nicht nur durch die Bereitstellung von Fragebögen und deren Auswertung, sondern bietet auch hilfreiches Material zur Etablierung einer Evaluations- und Feedbackkultur an den Standorten.

IQES Österreich

7. Kollaborative Arbeitskultur

Als besondere Herausforderung gestaltet sich an vielen Schulen, das Verständnis für Schulentwicklung als gemeinschaftliche Aufgabe zu schärfen. «Alle ins Boot zu holen» ist oftmals gar nicht so einfach. QMS baut ganz bewusst auf die Stärke des Teams und fokussiert, neben der Schulleitung und den Lehrenden, auf die Lehrenden-Teams. Tipps zur gelingenden Partizipation im Schulentwicklungsprozess bieten die Videos von Expert/inn/en wie Karl Wilbers und Martina Krieg.

Video von Karl Wilbers Video von Martina Krieg

8. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

Der SEP (Schulentwicklungsplan) wird über einen Zeitraum von drei Jahren geplant und umgesetzt. Der Schulalltag und diverse Herausforderungen halten sich nicht an Pläne und die ständige Adaption ist erforderlich. In der QMS Post 1 wurde bereits über agile Schulentwicklung berichtet und auch unsere Praxis zeigt, dass fortlaufende Anpassungen von Zielen, Maßnahmen und Projektplänen notwendig sind. Routinen sollten so gestaltet sein, dass sie flexibel und dynamisch auf neue Herausforderungen und Veränderungen reagieren können. Die Handreichung «Projektmanagement in QMS» kann hierbei unterstützen.

9. Dokumentation und Reflexion

Schulteams, die sich Zeit nehmen, um zu reflektieren, bewerten Schulentwicklungsarbeit positiver und erkennen auch den Mehrwert für die individuelle Unterrichtsarbeit der einzelnen Lehrperson.

Die Dokumentation der Maßnahmen in geeigneter Weise dient der Transparenz der Projekte und Prozesse an den Standorten.

Das individuelle Reflektieren und Lernen der Lehrenden dienen der Professionalisierung und Weiterentwicklung des beruflichen und persönlichen Handelns. QMS unterstützt auch diese Entwicklung mit entsprechenden Vorlagen und Beispielen.

10. Nachhaltigkeit und Kontinuität

Schulentwicklung kann nicht als einmaliges Projekt verstanden werden. Erfolgreiche Beispiele aus der Praxis zeigen, wie aus Projekten etablierte Prozesse werden, die nachhaltige Veränderungen an den Standorten bewirken. Das Q-Handbuch garantiert, dass wertvolle Entwicklungsarbeit gesichert und transparent für alle zur Verfügung gestellt wird.

Schulentwicklung braucht neben einer klaren Vision vor allem Durchhaltevermögen, kontinuierliche Kommunikation und Transparenz und ist entscheidend für die kontinuierliche Verbesserung der Bildungsqualität und die Anpassung an zeitgemäße pädagogische Anforderungen.

Durch gezielte Entwicklungsmaßnahmen im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems (QMS) können Schulen ihre Lehrmethoden und organisatorischen Strukturen optimieren, um den Bedürfnissen der Schüler/innen besser gerecht zu werden.

Zudem fördert Schulentwicklung mithilfe des QMS die Zusammenarbeit zwischen  Schulleitung, Lehrkräften, Schüler/innen, Erziehungsberechtigten und externen Partner/inne/n, wodurch ein nachhaltiges und unterstützendes Lernumfeld geschaffen wird.

Schulen, die diese 10 Erfolgsfaktoren an den Standorten etablieren, gestalten die Zukunft!


Wir freuen uns über Rückfragen:

Dr. Petra Dürnberger: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Mag. Karin Sendlhofer: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Mag. Manfred Baumgartner: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

letzte Aktualisierung: 02.10.2024

Weiterlesen … Hilfreiches für die Qualitätsarbeit 3 (02.10.2024)

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QMS – Quo Vadis?  - das steirische QMS-Visionsnetzwerk stellt sich vor

Grafik Visionsnetzwerk

Das Schuljahr 2024/25 hat begonnen, die Pädagogischen Leitvorstellungen sind längst formuliert und umgesetzt, der erste Schulentwicklungsplan im neuen Qualitätsmanagementsystem für österreichische Schulen (QMS) befindet sich im Abschluss, ein neuer in der Planung. Mit dem Aufbau des Q-Handbuchs ist Phase 3 der Implementierung von QMS abgeschlossen, die Umstellung ist erfolgt, alle relevanten QMS-Instrumente stehen für Schulleitung, Lehrenden-Teams und Lehrende zur Verfügung. Wie soll es mit QMS nun weitergehen? Wie sieht QMS in zehnJahren aus? Welchen Herausforderungen werden wir begegnen? Mit diesen und weiteren interessanten Fragen beschäftigt sich das steirische QMS-Visionsnetzwerk.

Im Juni 2023 nutzten die damaligen Qualitäts-Regionalkoordinatorinnen (Q-RK) Manuela Radler und Heidemarie Szyszkowitz die Vielfalt der Bildungsregion Steirischer Zentralraum (BRZR) mit ihren ca. 230 Schulen, an denen rund 280 Qualitäts-Schulkoordinatorinnen und -koordinatoren (Q-SK) im Einsatz sind, und gründeten das QMS-Visionsnetzwerk. Ziel dieses Netzwerks, welches von den aktuellen Q-RK Caroline Rauch und Corinna Rinner weitergeführt wird, ist es, aktive Q-SK an den unterschiedlichen Standorten einerseits für inhaltliche und organisatorische Planungsarbeiten zu gewinnen und andererseits Qualitätsvisionen für die nächsten zehn Jahre zu formulieren. Zwei- bis dreimal im Jahr treffen sich hierfür ungefähr zwölf Q-SK aus den verschiedensten Schultypen in der Schule einer Q-RK. Die Teilnahme erfolgt freiwillig, sodass sich neben einem kleineren Kernteam immer neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer für den zweistündigen Austausch einfinden.

Im Zentrum dieser Treffen steht vor allem die Frage „Was bedeutet Schulqualität in 10 Jahren?“. Das Bildungssystem und somit auch QMS stehen immer wieder vor Veränderungen, sei es durch technologische Errungenschaften, neue pädagogische Ansätze oder gesellschaftliche Entwicklungen. Eine regelmäßige Auseinandersetzung mit der Zukunft von Schulqualität ermöglicht eine proaktive Vorbereitung auf bevorstehende Herausforderungen und Veränderungen. Dabei gilt es sowohl den aktuellen Bedürfnissen gerecht zu werden, als auch zukünftigen Herausforderungen standzuhalten und dabei Ressourcen nachhaltig zu planen wie auch einzusetzen.

Was bedeutet dies für die Schulen? Schulen, die eine zukunftsfähige Vision von QMS verfolgen, können ihre Schulentwicklung langfristig stabil und erfolgreich gestalten. Der Einsatz ihrer Ressourcen erfolgt nachhaltig und zielgerichtet, eine zukunftsorientierte Ausrichtung der Infrastruktur und Professionalisierung des Lehrkörpers durch Fort- und Weiterbildungsplanung sichert sowohl die aktuelle als auch die zukünftige Qualität, wie bereits in der letzten QMS-Post in dem Artikel „10 Erfolgsfaktoren für die gelungene Schulentwicklung“ zu lesen war. Ebenfalls in diesem genannt wurde eine kollaborative Arbeitskultur. Die visionäre Ausrichtung von QMS am Schulstandort ermöglicht die frühzeitige Einbindung aller Akteurinnen und Akteure, was deren Engagement und die Akzeptanz neuer Ideen und Veränderungen fördert. Zusätzlich wird die Berücksichtigung aller Perspektiven ermöglicht. Der Weitblick bietet die Gelegenheit vom Reagieren auf Situationen zu einem Agieren zu wechseln, wodurch künftigen Anforderungen besser standgehalten werden kann.  Schulen, welche die Zukunft des QMS aktiv mitgestalten, fördern eine Kultur der Innovation und kontinuierlichen Verbesserung.

Neben den visionären Gedanken beschäftigt sich das QMS-Visionsnetzwerk aber auch mit der Frage „Was braucht qualitative Schule jetzt?“. Es findet eine gemeinsame Bedarfserhebung in Bezug auf Fortbildungen, Vernetzungsformate, Thementage und Ähnlichem sowie eine Reflexion der vorangegangenen Arbeit statt. Hierbei profitieren sowohl Q-RK als auch Q-SK von der heterogenen Zusammensetzung der Teilnehmenden. Der Prozesszyklus im Laufe eines Schuljahres wird in nachfolgender Grafik veranschaulicht.

Prozesszyklus für ein Schuljahr

Prozesszyklus für ein Schuljahr

Durch die kollaborative Herangehensweise werden die Effizienz der Arbeit der Q-RK sowie die schulübergreifende Zusammenarbeit der Q-SK gesteigert. Zusätzlich wird die Kooperation verschiedener Schulen gefördert, eine Zusammenarbeit in Netzwerken angeregt und der Austausch von Good-Practice-Beispielen initiiert, um voneinander zu lernen und mit Ressourcen schonend umzugehen.

Das QMS-Visionsnetzwerk findet seinen Platz in unterschiedlichen Qualitätsdimensionen und -bereichen des Qualitätsrahmens für Schulen. Es kommt zu der gemeinsamen Übernahme von Verantwortung für schulische Qualitätsentwicklung, deren Planung, effiziente Umsetzung und Evaluierung in der Region.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das QMS-Visionsnetzwerk eine wertvolle Plattform für Schul- und Regional-Qualitätskoordinatorinnen und -koordinatoren darstellt, um gemeinsam an der Zukunft der Schulqualität zu arbeiten. Durch die Vernetzung und den Austausch von Ideen und Erfahrungen können die Qualität der eigenen Arbeit verbessert und folglich eine positive Wirkung für die Bildungsregion erzielt werden. Die aktive Mitgestaltung der Q-SK fördert ein gemeinsames Verständnis von Schulqualität in der Region und trägt dazu bei, dass Schulen den Herausforderungen der Zukunft noch besser gewachsen sind.

Wir bedanken uns auf diesem Wege bei jenen engagierten Q-SK der Bildungsregion Steirischer Zentralraum, welche an den bisherigen QMS-Visionsnetzwerktreffen teilgenommen und unsere Arbeit bereichert haben und freuen uns auf den weiteren Austausch!


Für Rückfragen stehen wir gerne zu Verfügung:

Caroline Rauch, MA BEd: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Corinna Rinner, BEd: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

letzte Aktualisierung: 16.12.2024

Weiterlesen … Hilfreiches für die Qualitätsarbeit 4 (16.12.2024)

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Schulleitungen und Q-SK arbeiten regional vernetzt an Schulqualität

Beitrag von Thomas Zoller (Q-RK in der Bildungsregion Oststeiermark)

1. Die Ausgangslage

In der Bildungsregion Oststeiermark gibt es viele Formate, in welchen sich die QMS-Akteurinnen und Akteure austauschen. Bislang waren diese Treffen innerhalb der Funktionen organisiert:

    • Schulleitungen und
    • Qualitäts-Schulkoordinatorinnen und -koordinatoren

Die zentrale Bedeutung der beiden Aufgaben spiegelt sich in den Aufgabenprofilen wider:

Die kontinuierliche Entwicklung der Schul- und Unterrichtsqualität ist Aufgabe des gesamten Kollegiums und liegt in der Führungsverantwortung der Schulleitung. Die Schulleitung hat die Aufgabe, das Qualitätsmanagement (QM) der Schule strategisch zu planen und zu steuern, um für eine systematische, evidenzorientierte Qualitätsentwicklung und -sicherung zu sorgen. Durch seine/ihre Haltung und Vorbildfunktion gestaltet und fördert der/die Schulleiter/in eine qualitäts- und entwicklungsorientierte Schulkultur. Im Rahmen des QM wendet die Schulleitung das QMS-Modell mit den Instrumenten für Schulleitung, Lehrenden-Teams und Lehrende an.

Der/Die Qualitäts-Schulkoordinator/in (Q-SK) übernimmt im Rahmen des QM der Schule unterstützende, operative Aufgaben in Teilverantwortung. Er/Sie gehört dem Lehrpersonal der Schule an, verfügt über mindestens drei Jahre pädagogisch-praktische Erfahrung als Lehrkraft und wird von der Schulleitung in diese Funktion eingesetzt. Der/Die Q-SK hat Kenntnisse im Bereich QM und weiß über das QM der Schule gut Bescheid. Er/Sie ist kommunikativ und verfügt über ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, Organisationsfähigkeit, eine lösungsorientierte Grundhaltung und die Bereitschaft, aktiv an der Pflege einer qualitäts- und entwicklungsorientierten Schulkultur mitzuwirken. Im Rahmen des QM wendet der/die Q-SK das QMS-Modell mit den Instrumenten für Schulleitung, Lehrenden-Teams und Lehrende an.

Grafik Schulleitungen und Q-SK arbeiten regional vernetzt an Schulqualität

Für den Schulstandort sind allerdings nicht nur die Funktionen für sich allein, sondern auch das Zusammenspiel der Akteurinnen und Akteure zentral. Diesem Umstand wollte die Bildungsregion Oststeiermark durch ein neues Format Rechnung tragen: „Schulleitungen und Q-SK arbeiten regional vernetzt an Schulqualität“.

2. Das Ziel

Beide Rollen wenden – wie oben beschrieben – das QMS-Modell mit Instrumenten am Schulstandort an. Sie arbeiten somit gemeinsam an einem Ziel: der kontinuierlichen Entwicklung der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Die Schulleitung hat dabei leitende, der/die Q-SK unterstützende Funktion. Somit ist es notwendig, dass beide Funktionen am Schulstandort eng zusammenarbeiten.

In einem neuen, gemeinsamen und schulübergreifenden Setting, welches vom regionalen Schulqualitätsmanagement (sprich Abteilungsleiter/in, Schulqualitätsmanager/in und Q-RK) ausgearbeitet wurde, sollte in der Bildungsregion die Vernetzung zwischen SL und Q-SK in der eigenen und über die eigene Schule hinaus ermöglicht werden. Der Rahmen einer solchen Veranstaltung bietet zwei Vorteile:

Erstens können während des Vernetzungstreffens bereits vor Ort konkrete Vorhaben für den eigenen Schulstandort zwischen SL und Q-SK angesprochen werden. Bislang fehlte in den separaten Formaten ein/e – wenn nicht der/die zentrale – Ansprechpartner/in am Tisch, um sich über die Schulqualitätsvorhaben des eigenen Standorts auszutauschen.

Zweitens wird der Austausch mit anderen Schulen über die gelebte Praxis an den Standorten ermöglicht, um sich Anregungen für den eigenen Schulstandort zu holen.

Die anderen Formate der Bildungsregion, in welchen sich die Funktionen SL und Q-SK getrennt austauschen (Dienstbesprechungen und Vernetzungstreffen), sind deshalb nicht obsolet, können aber durch diese regelmäßigen Treffen ergänzt werden, in welchen beide Funktionen anwesend sind.

Kurzum: Das Ziel der Veranstaltung besteht darin, die Zusammenarbeit sowohl zwischen den Akteuren/innen innerhalb der Schulen als auch schulübergreifend in der Region zu vertiefen.

Tabelle Settings

3. Beschreibung des Formats

3.1 Einteilung, Örtlichkeiten und Dauer

Für das Format „Schulleitungen und Q-SK arbeiten regional vernetzt an Schulqualität“ wurden die Schulstandorte in kleinere Regionalteile (max. 25 Schulen pro Termin) eingeteilt, um ein Treffen in Präsenz durchführen zu können.

Die Veranstaltung war für das regionale Schulqualitätsmanagement von zentraler Bedeutung und wurde daher für die Schulleitungen als Dienstbesprechung ausgeschrieben. Bei der Ausschreibung wurde die Mitnahme des SEP, aller Unterlagen zum Q-Handbuch (bspw. Liste mit Prozessen, Prozesse selbst, etc.) sowie eines digitalen Arbeitsgeräts erbeten.

Insgesamt wurden in der Bildungsregion sieben Termine angeboten. Zu sechs Terminen wurden ASO-, MS- und VS-Standorte, zu einem Termin AHS, BHS und PTS eingeladen. Mit dem siebten Termin wollten wir für die Schulstandorte mit Schülerinnen und Schülern ab der 9. Schulstufe und höher einen gemeinsamen Austausch ermöglichen, da diese Schulformen durch die Größe des Lehrkörpers sowie durch die Anzahl der Lernenden an den Standorten mit anderen Herausforderungen konfrontiert sind. Durch diese Einteilung sollte gewährleistet sein, dass schulübergreifender (gemeint ist auch schulartenübergreifender) Austausch sinnvoll möglich ist.

Bei allen Terminen waren AL bzw. SQM sowie der Q-RK der Bildungsregion Oststeiermark vertreten, um die Veranstaltung bestmöglich mit Know-how vonseiten der Schulaufsicht (bspw. Input-Vorträge und Beantwortung von Fragen) und der beratenden Funktion des Q-RK zu unterstützen.

In dreieinhalb Stunden wurde am Nachmittag an zwei Instrumenten gearbeitet: Q-Handbuch und Schulentwicklungsplan.

3.2 Ablauf des Formats

Die Veranstaltung durchläuft im Wesentlichen drei Phasen, die sich in zwei Durchgängen wiederholen:

  1. Zu Beginn eines Durchgangs wird zum aktuellen Thema ein Input geliefert.
  2. Anschließend gibt es die Möglichkeit für SL und Q-SK, schulintern zum Input zu diskutieren und an konkreten Vorhaben am Schulstandort zu arbeiten.
  3. Nun können sich die Akteure/Akteurinnen schulübergreifend zu ihren Ergebnissen austauschen und diese diskutieren.

Die Ergebnisse der Diskussion werden am Ende der Veranstaltung auf einer digitalen Plattform gesammelt.

Grafik Schritte

3.3 An einem Beispiel: Schulentwicklungsplan

Das Instrument SEP wurde im Zuge der Veranstaltung wie folgt behandelt:

  1. Zunächst wurde in einem Input-Vortrag das Instrument in seiner Zielsetzung und Anwendung wiederholt. Außerdem wurde ein Best-Practice-Beispiel zur Einbindung des Kollegiums in die Zielfindung vorgestellt sowie eine Möglichkeit, die SEP-Ziele und Maßnahmen im Verlauf der drei Jahre mittels Kanban-Board präsent zu halten.
  2. In der schulinternen Diskussion wurden die SL und Q-SK dazu eingeladen,
    1. sich dem Qualitätsrückblick zu widmen,
    2. das Dokument „Ziele finden für den Schulentwicklungsplan“ zu bearbeiten sowie
    3. erste mögliche Ideen für Ziele zu notieren und zu diskutieren.
  3. In der schulübergreifenden Diskussion wurde in den Tischgruppen zu Qualitätsrückblick, Stärken und Entwicklungsbedarf sowie zu möglichen künftigen SEP-Zielen diskutiert.

Als Vorteil für die Schulleitungen erwies sich außerdem, dass man bei auftauchenden Fragen gleich bei Abteilungsleitung und SQM konkret nachfragen konnte.

3.4 Evaluation der Veranstaltung

Die Veranstaltung wurde von einem großen Teil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr positiv bewertet, vor allem die Möglichkeit zur schulinternen und schulübergreifenden Diskussion. Ein Kritikpunkt bestand darin, mehr Zeit für den Austausch zu brauchen. Ein Umstand, dem in kommenden Treffen entsprochen werden kann. Die Reduktion auf ein zu behandelndes Thema könnte hierbei sinnvoll sein. Die Veranstaltung dürfte somit grundsätzlich dazu beigetragen haben, SL und Q-SK in ihrer Arbeit zu unterstützen.

4. Zusammenfassung

Wir erhoffen uns in der Bildungsregion, dass durch das neue Format „Schulleitungen und Q-SK arbeiten regional vernetzt an Schulqualität“ wertvolle Zeit zur Verfügung gestellt werden kann, und zwar in einem Setting, in dem das gemeinsame Verständnis des Zusammenspiels der Akteure/Akteurinnen SL und Q-SK vertieft werden kann. Konkret soll die Veranstaltung auch dazu dienen, an Instrumenten bzw. Projekten der Schule weiterzuarbeiten, um die Zeit produktiv für den eigenen Schulstandort zu nutzen. Im Falle des SEP bei dieser Veranstaltung heißt das: einen abgeschlossenen Qualitätsrückblick und konkrete Ideen für kommende SEP-Ziele.


Für Rückfragen steht gerne zu Verfügung:

Mag. Thomas Zoller: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

letzte Aktualisierung: 06.03.2025

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