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Zwischen Rückblick und Aufbruch – der Reflexionsleitfaden

Die Reflexion des Schulentwicklungsplans als Kompass für nachhaltige Schulentwicklung

Ein Beitrag von Barbara Göbl und den Qualitäts-Regionalkoordinatorinnen für Oberösterreich.

Jeder neue Anfang entsteht aus dem Ende eines anderen Anfangs1 ist als berühmtes Zitat von Seneca (1. Jh. n. Chr.) überliefert und trifft den Kern unseres Beitragsthemas:

Die neue Qualitätsentwicklungsperiode QMS 2.0 beginnt im Herbst 2025, die Umsetzungsphase des erster Entwicklungsperiode (2022/23-2024/25) neigt sich dem Ende zu. Beide Entwicklungsabschnitte greifen ineinander über und sind nicht getrennt voneinander zu betrachten. Die Erkenntnisse der nun endenden QMS-Periode QMS 1.0 sind der Boden und damit Anfang für die zukünftigen Entwicklungsschritte.

Das laufende Schuljahr schreitet voran und damit auch der Abschluss des ersten Schulentwicklungsplans. Die Schulen stehen vor einem entscheidenden Schritt: der Reflexion. Doch was bedeutet es, wirksam zu reflektieren? Und wie kann diese Reflexion als nachhaltiger Bestandteil im Qualitätskreislauf verankert werden?

Wir Qualitäts-Regionalkoordinatorinnen aus Oberösterreich haben uns genau diese Fragen gestellt, denn die Phase des „Überprüfens“ im Qualitätskreislauf (Planen – Durchführen – Überprüfen – Schlussfolgern) öffnet den Raum für Erkenntnisse, neue Sichtweisen und richtungsweisende Entscheidungen für die Zukunft.

Die eingehende Reflexion am Ende des SEP 1.0 und überhaupt der ersten Entwicklungsphase QMS 1.0 ist wesentlich, um innezuhalten und die gemachten Erfahrungen bewusst zu verarbeiten.

Daher beinhaltet eine erfolgreiche R E F L E X I O N unserer Ansicht nachfolgende Elemente:

Grafik Schulleitungen und Q-SK arbeiten regional vernetzt an Schulqualität

Als wir im Herbst 2024 zu unserer Planungssitzung zusammenkamen, war uns daher eines schnell klar: Die Reflexion des SEP braucht mehr als ein kurzes Innehalten oder eine bloße Ergebnisaufstellung. Sie braucht Struktur, Tiefgang und vor allem Dialog. Durch die Reflexion soll auch die Optimierung der institutionellen Prozesse insgesamt erleichtert werden, institutionellem Lernen kommt hier eine handlungsleitende Funktion der Qualitätsentwicklung zu.2  Daraus entstand ein Reflexionsleitfaden für den Schulentwicklungsplan – ein praxisorientiertes Instrument, das Schulen auf ihrem Weg der professionellen Selbstvergewisserung begleiten und unterstützen soll.

Reflexion – warum sie mehr ist als eine Bilanz

In unseren Gesprächen mit Q-SK wurde deutlich: Viele Schulen wünschen sich eine gemeinsame Sprache und Methodik für die Rückschau auf Entwicklungsmaßnahmen. Der Reflexionsleitfaden ist unsere Antwort darauf. Er stellt zentrale Fragen im Rahmen des Qualitätskreislaufes, die Erfahrungsräume öffnen, Lernergebnisse sichtbar machen und den kollektiven Blick auf Qualität stärken. Denn: Reflexion ist nicht der Endpunkt – sie ist der Übergang zum „Reagieren“, zum 

Neujustieren, zum strategischen Weiterdenken. Sie ist der Kompass, der Schulen hilft, auf Kurs zu bleiben – auch in bewegten Zeiten.

Nur wer fortlaufend überprüft, wo er steht, was er erreicht hat und was nicht, kann sein Lernen selbst steuern und bleibt auf Dauer lernfähig.“3 Schulleitung, Q-SK und das gesamte QMS-Team sind daher als „reflektierende Praktiker“4 dazu aufgefordert, sich mit der ersten Entwicklungsperiode QMS 1.0 eingehend auseinanderzusetzen.

Was uns besonders wichtig war:

  • Reflexion nicht als zusätzliche Belastung, sondern als integrativen Bestandteil der Schulentwicklung zu verankern.
  • Datenbasierte Reflexion mit erfahrungsbasiertem Austausch zu verbinden.
  • Die Anschlussfähigkeit an den neuen SEP zu sichern – damit Erkenntnisse nicht verpuffen, sondern zu Treibstoff für die nächste Runde werden.

Reflexion im Qualitätskreislauf – konkret gedacht

Der QMS-Qualitätskreislauf macht sichtbar: Reflexion ist mehr als ein pädagogisches Ritual – sie ist ein strategisches Element systematischer Qualitätsentwicklung.5 Schulen, die sich Zeit für strukturierte Rückschau nehmen, schaffen Voraussetzungen für nachhaltiges Lernen auf Organisationsebene. Sie evaluieren nicht nur Ziele und Maßnahmen, sondern überprüfen auch ihre Entwicklungslogik, ihre Steuerungsstrukturen und ihre Teamprozesse.

Zum Schluss: Ein offener Blick nach vorne

Unsere Einladung an alle Q-SK, Schulleiter/innen und Lehrer/innen lautet daher: Nutzen Sie den Reflexionsleitfaden als Ihr Werkzeug. Nicht als Pflichtaufgabe, sondern als Chance. Als Gesprächsanlass. Als Spiegel. Als Weichensteller für eine gemeinsame Vision von Schule.

Denn: Reflexion ist kein Rückspiegel – sie ist das Fernglas für das Kommende. 


1 Zitatquelle: Anfang & Ende - Universität Heidelberg [Zugriff:16.04.2025]

2 Vgl. Funktionenmodell - Q2E – ein Orientierungsmodell für Qualitätsmanagement [Zugriff: 16.04.2025]

3 Rolff, Hans-Günter: Unterrichtsentwicklung etablieren und leben in: Berkemeyer, Nils u.a. (Hg.): Unterrichtsentwicklung in Netzwerken. Konzeptionen, Befunde, Perspektiven. Münster: Waxmann, 2008, S. 86.

4 Ebd. S. 92.

5 Vgl. Elemente einer systematischen Qualitätsentwicklung [Zugriff: 16.04.2025]

letzte Aktualisierung: 03.06.2025

Weiterlesen … Hilfreiches für die Qualitätsarbeit 6 (11.06.2025)

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Mikrofortbildungen und digitale Zielscheibe: Innovative Ansätze für den Unterricht und die Schulqualität

Ein Beitrag der Qualitäts-Regionalkoordinatorinnen für Niederösterreich (Claus Wernhardt, Elisabeth Wolfbeißer, Evelyn Schmidt, Ulrike Nagy, Claudia Rittmann-Pechtl, Andreas Sinabel, Christina Ebermann-Steindl und Eva Schmircher)

In der heutigen schnelllebigen Bildungslandschaft sind innovative und praxisorientierte Fortbildungsformate unerlässlich, um Lehrkräfte zu unterstützen und um Möglichkeiten aufzuzeigen, den Unterricht kontinuierlich zu verbessern. Bei einem Q-SK Vernetzungstreffen in Niederösterreich wurde im Rahmen einer Mikrofortbildung zum Thema „IQES-Schätze“ die digitale Zielscheibe von Oncoo.de als Beispiel vorgestellt. Dieses Fortbildungsformat in Kombination mit dem digitalen Tool den Q-SK zu präsentieren, bietet eine effektive Möglichkeit, Feedback einzuholen und praxisnah, in relativ kurzer Zeit, Wissen zu erwerben und dieses auch gleich anzuwenden. 

Mikrofortbildungen: Praxisnah und niederschwellig

Mikrofortbildungen sind ein niederschwelliges und praxisorientiertes Fortbildungsformat, das an einem Schulstandort, beispielsweise im Rahmen eines pädagogischen Nachmittags oder einer Konferenz, umgesetzt wird. Sie zeichnen sich durch ihre unkomplizierte Organisation aus, da keine großen Anmeldeformalitäten erforderlich sind. Sie sind praxisnah gestaltet, indem sie direkt aus der Praxis für die Praxis entwickelt werden. Diese Fortbildungen sind kurzweilig und dauern in der Regel zwischen 10 und 30 Minuten. Sie bieten eine breite und vielfältige Themenauswahl, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Teilnehmer/innen gerecht wird. Zudem können Mikrofortbildungen sowohl freiwillig als auch verpflichtend angeboten werden, je nach den Anforderungen und Wünschen der Schule oder des Lehrerkollegiums. Im Idealfall werden die Inhalte der Mikrofortbildung so gestaltet, dass die Teilnehmer/innen das neu Gelernte gleich in der nächsten Unterrichtsstunde oder bei nächster Gelegenheit einsetzen können.

Mikrofortbildungen beginnen ohne formelle Vorstellungen, was den Einstieg erleichtert und die Atmosphäre entspannt. Es gibt eine offene Fragerunde, in der alle Teilnehmer/innen zur ausgewählten Thematik ihre Fragen frei stellen können. Dank der räumlichen Nähe ist kein Mikrofon notwendig, was die Kommunikation erleichtert. Die Teilnahme an diesen Fortbildungen kann spontan erfolgen, sodass Lehrkräfte flexibel teilnehmen können. Zudem haben die Teilnehmer/innen die Möglichkeit, sich als Expert/innen auszuprobieren und ihr Wissen zu teilen. Der Fokus liegt dabei auf dem Austausch und der Diskussion, wodurch ein lebendiger und interaktiver Lernprozess entsteht, von dem alle profitieren.

Mikrofortbildungen können nahtlos in Konferenzen integriert werden, wie beispielsweise in Eröffnungskonferenzen oder Semesterkonferenzen. Zusätzlich können freiwillige Zusatztermine angeboten werden, etwa drei Mal im Semester, um den Lehrkräften niederschwellige Fortbildungsmöglichkeiten zu bieten. Ein pädagogischer Halbtag mit mehreren Mikrofortbildungen zur Wahl ermöglicht es den Teilnehmer/innen, aus verschiedenen Themenbereichen diejenigen auszuwählen, die für sie am relevantesten sind.

In der Bildungsregion 2 in NÖ wurde im Rahmen einer solchen Mikrofortbildung zum Thema „IQES-Schätze“  z.B.: die digitale Zielscheibe den Q-SKs präsentiert. Diese wird in weiterer Folge auch hier exemplarisch für die Bearbeitung eines ausgewählten Tools in einer Mikrofortbildung vorgestellt.

Die digitale Zielscheibe von Oncoo.de

Dieses benutzerfreundliche Tool hilft Lehrkräften, strukturiertes Feedback von den Lernenden zu erhalten und den Unterricht zu reflektieren. Die Erstellung einer Zielscheibe ist einfach und schnell. Hier eine Anleitung:

Bild einer Zielscheibe mit ONCOO.DE

Erstellung der Zielscheibe:

  1. Website besuchen: Gehe auf www.oncoo.de 
  2. Zielscheibe erstellen: Klicke auf den gelben Kreis, wähle die Zielscheibe aus und gib die gewünschten Fragen ein.
  3. Passwort setzen (optional): Setze am Ende ein Passwort, um die Zielscheibe zu schützen.

Beispielhafte Fragen für die Zielscheibe könnten sein:

  • Der Unterricht ist gut organisiert.
  • Meine Lehrkraft unterrichtet abwechslungsreich (Vortrag, Gruppenarbeit, selbständiges Lernen, etc.).
  •  Meine Lehrkraft unterstützt mich bei schulischen Problemen.
  • Meine Lehrkraft nimmt sich Zeit für mich, wenn ich Fragen habe.
  • Meine Lehrkraft sorgt für ein angenehmes Klassenklima.
  • Ich lerne in diesem Fach viel für die Praxis.
  • Meine Lehrkraft behandelt mich fair und gerecht.
  • Meine Lehrkraft erklärt die Inhalte verständlich.
Code eines Beispiels auf Oncoo.de

Fazit

Die digitale Zielscheibe von Oncoo.de bietet Lehrkräften eine effektive und schnelle Möglichkeit, den Unterricht zu reflektieren und kontinuierlich zu verbessern. Mikrofortbildungen stellen eine gute und unkomplizierte Möglichkeit dar, hilfreiche Tools und neue Ideen für den Unterricht, wie z.B. das Erstellen einer digitalen Zielscheibe, schnell innerhalb des Kollegiums zu multiplizieren und die Unterrichts- und Schulqualität von innen heraus weiterzuentwickeln.


Weiterführende Links:

Zu Mikrofortbildungen finden Sie hier vertiefende Informationen:  https://www.schulaufsicht.de/qualitaetsentwicklung/unterrichtsentwicklung/schnell-und-wirksam-mikrofortbildungen

Zur Zielscheibe von Oncoo.de siehe auch die „Perlen aus IQES“ aus der QMS Post Nr. 2 : QMS – Perlen auf IQES 3 (02.10.2024)


Autor/innen:

Claus Wernhardt, Elisabeth Wolfbeißer, Evelyn Schmidt, Ulrike Nagy, Claudia Rittmann-Pechtl, Andreas Sinabel, Christina Ebermann-Steindl und Eva Schmircher (Q-RK für Niederösterreich)

Bei Fragen stehen Claus Wernhardt (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) und Elisabeth Wolfbeißer (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) gerne zur Verfügung!

letzte Aktualisierung: 30.09.2025

Weiterlesen … Hilfreiches für die Qualitätsarbeit 7 (1.10.2025)

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IQES Online – ein Schnelleinstieg anhand des Beispiels KI im Unterricht

Ein Beitrag der Qualitäts-Regionalkoordinatorinnen für Wien (Daniela Denk, Morawec Sigrid, Manfred Niedl, Veronika Rampetsreiter und Thomas Schmidt). 

Dieser Beitrag bietet eine leicht verständliche Kurzübersicht zur Orientierung auf IQES online anhand des Beispiels KI im Unterricht. Die inzwischen an den Schulen erfolgreich etablierte IQES-Plattform bietet neben dem intensiv genutzten Evaluationscenter so viel mehr, dass man sich erst einmal einen Überblick verschaffen muss.

Die Q-RK von Niederösterreich und Wien haben daher gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Wien und KPH Wien/Niederösterreich einen One Pager entwickelt, der Lehrkräften und Schulleitungen eine Orientierung zu den vielen Möglichkeiten von IQES bieten soll (Abbildung 1: IQES OnePager der Wiener Q-RK gemeinsam mit PH-Wien und KPH Wien/Niederösterreich)


EVALUATIONSCENTER:

Wenn ich z.B. als Lehrkraft Feedback zur Qualität meines Unterrichts einholen möchte, kann ich einfach im Evaluationscenter den Suchbegriff „Unterrichtsqualität“ eingeben und bekomme mögliche Fragebögen vorgeschlagen.

Entweder verwende ich nun eine der Vorlagen auf IQES online, oder, falls sie mir zu umfangreich erscheint, kann ich diese ganz leicht für mich im Evaluationscenter adaptieren. Besonders hilfreich ist es, dass verwendete Fragebögen im Evaluationscenter unter „Meine Fragebogen“ gespeichert und somit jederzeit einsehbar und auch wiederverwendbar sind. Dadurch habe ich die Möglichkeit, einmal erstellte Fragebögen immer wieder zu verwenden und darüber hinaus die Ergebnisse aus Befragungen über einen bestimmten Zeitraum miteinander zu vergleichen. Die Fragebögen kann ich außerdem bequem über das Schulkonto mit Kolleg/innen innerhalb meiner Schule teilen.


Beispiel „Einsatz von KI im Unterricht“:

Am Beispiel „Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Unterricht“ soll die Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten von IQES verdeutlicht werden.

Es stehen zwei Fragebogen zur Evaluation der KI-Nutzung von Schüler/innen im IQES- Evaluationscenter zur Verfügung:

  • S-140b - Für die 5.–9. Schulstufe: Der Fokus liegt auf ersten Erfahrungen, Interessen und Sorgen im Umgang mit KI.
  • S-140c - Ab der 10. Schulstufe: Der Fragebogen ist ergänzt um Aspekte wie Einsatz im Betrieb und vertiefte Themeninteressen.

Beide Fragebögen beinhalten Themen wie:

  • Kenntnisse und Sicherheit im Umgang mit KI
  • Nutzung von Tools wie ChatGPT, Bild- und Videoerstellung
  • Wünsche und Fragen zum KI-Einsatz im Unterricht

 Für die Unterrichtsplanung und -gestaltung findet man zum Einsatz von KI im Unterricht auf IQES online unter dem Menüpunkt Bildung Digital viele wertvolle Informationen und Unterlagen.

KI für Unterricht und Lernen: https://www.iqesonline.net/bildung-digital/ki-unterricht-lernen/Unterrichtsbeispiele

  • Konkrete Lerneinheiten, in denen der kreative und reflektierte Umgang mit Chatbots im Klassenzimmer thematisiert wird.
  • Prompting-Tipps: Leitfäden & Poster helfen Lehrkräften und Schüler/innen, bessere Prompts zu formulieren.
  • Leitfäden & Erfahrungsberichte für fair gestaltete Prüfungen in Zeiten von KI.

Blogs zu KI: https://www.iqesonline.net/bildung-digital/ki-unterricht-lernen/blogs-zu-ki/

Beiträge wie „15 Ideen für ChatGPT im Unterricht“, Tipps für Bild‑KI, KI-Paradoxien, KI in der Grundschule


Interaktives Tool: „KI‑Schule”: https://www.iqesonline.net/bildung-digital/checknews/einfuehrung-lehrkraefte/tools/tool-fuer-ki-kompetenzen/

Ein Lernmodul für 12–16-Jährige zu KI‑Kompetenzen: inklusive Deepfakes, Datenschutz, Quellenkritik, ethische Fragen – spielerisch und modular.


CheckNews – Medienkompetenz & KI: https://www.iqesonline.net/bildung-digital/checknews/kuenstliche-intelligenz/

Lehr- und Lernmaterialien zur Förderung der inhaltlichen Medienkompetenz: z.B. Lernumgebung „Lernen über KI“ innerhalb von CheckNews: befasst sich mit KI-Grundlagen, künstlerischer KI, Energiebedarf u.v.m. als Teil der Medienkompetenzförderung. [iqesonline.net]


Alle Materialien sind direkt in der Plattform unter Bildung digital KI für Unterricht und Lernen, Medienkompetenz, Blogs, Webinare und weiteren Rubriken verfügbar. So lässt sich KI in Schule und Unterricht gezielt und reflektiert einsetzen.

Erscheint die Suche auf IQES zu zeitaufwändig, empfiehlt sich die Suchfunktion per Lupe iqes Lupe zu verwenden – das funktioniert ausgezeichnet.

Also wer jetzt Lust bekommen hat, gleich auf IQES online klicken und ausprobieren!


Autor/innen:

Daniela Denk, Morawec Sigrid, Manfred Niedl, Veronika Rampetsreiter und Thomas Schmidt (Q-RK für Wien)

Bei Fragen steht Daniela Denk (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) gerne zur Verfügung!

Letzte Aktualisierung: 17.12.2025

Weiterlesen … Hilfreiches für die Qualitätsarbeit 8 (17.12.2025)

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Kollegiale Hospitation – die Kür der Unterrichtsentwicklung

Ein Beitrag der Qualitäts-Regionalkoordinatorinnen für das Burgenland (Sylvia Pawle und Petra Weinhäusel). 

„Kollegiale Hospitation ist die Kür der Unterrichtsentwicklung!“ Mit diesen Worten beschreibt die Leiterin der Volksschule Jabing ihre Erfahrungen im Interview für die QMS-Post. Gemeinsam mit drei weiteren Kleinschulen im Südburgenland machte sie sich bereits vor rund zehn Jahren auf den Weg, Unterricht bewusster wahrzunehmen und – im Sinne von John Hattie – Lernen sichtbar zu machen. Der Schlüssel dazu liegt in der gemeinsamen Reflexion von Unterricht auf Basis professionellen Feedbacks.

Kollegiale Hospitation versteht Unterricht nicht als individuelle Einzelleistung, sondern als gemeinsame professionelle Aufgabe. Lehrpersonen öffnen ihren Unterricht, beobachten Lernprozesse von Schüler:innen und reflektieren pädagogische Entscheidungen gemeinsam. So entsteht Unterrichtsqualität durch systematische Zusammenarbeit im Kollegium.

Abbildung „Kollegiale Hospitation – Prozessübersicht“

Abbildung 1: „Kollegiale Hospitation – Prozessübersicht“, eigene Abbildung


Die Grafik „Kollegiale Hospitation – Prozessübersicht“ zeigt den typischen Ablauf kollegialer Unterrichtsbesuche als strukturierten Entwicklungsprozess.

Zunächst legen Lehrpersonen gemeinsam Jahresthemen und Termine fest (Planung) und bereiten die Hospitation vor. Danach folgt die Unterrichtsbeobachtung, bei der Kolleg:innen im Tandem oder Kleinteam eine Unterrichtsstunde besuchen und den Fokus auf die Lernprozesse der Schüler:innen richten.

Im nächsten Schritt werden Beobachtungen in Form von Textvignetten bzw. standardisierten Fragebögen festgehalten, also möglichst wertfrei und konkret beschrieben. Anschließend findet ein strukturiertes Feedbackgespräch statt, in dem Selbstreflexion der Lehrperson und kollegiale Rückmeldung zusammenkommen.

Den Abschluss bilden Reflexion und Maßnahmen: Aus den Beobachtungen werden Entwicklungsimpulse und konkrete Schritte für die Weiterentwicklung des Unterrichts abgeleitet. Ziel des gesamten Prozesses ist eine nachhaltige Unterrichtsentwicklung durch professionelle Zusammenarbeit im Kollegium.


Praxisbeispiel: Lernverbund südburgenländischer Volksschulen

Foto von VS Lernverbund

Abbildung 2: Foto vom VS Lernverbund

Die Volksschulen Markt Allhau, Jabing, Unterschützen und Stadtschlaining arbeiten seit rund zehn Jahren in einem schulübergreifenden Lernverbund zusammen. Kollegiale Hospitation ist dort fest im Schulentwicklungsplan verankert.

Der Prozess begann mit gegenseitigen Unterrichtsbesuchen der Schulleitungen und wurde schrittweise auf die gesamten Kollegien ausgeweitet. Fortbildungen zu Beobachtung und Feedback sowie regelmäßige Supervision unterstützten die Professionalisierung.

Im Zentrum steht ein lernseitiger Blick: Beobachtet wird vor allem das Lernen der Schüler:innen. Grundlage der Reflexion bilden sogenannte Textvignetten – kurze, wertfreie Beschreibungen beobachteter Unterrichtssituationen. Aus kleinen Kollegien entwickelte sich so ein schulübergreifendes Team mit gemeinsamem Qualitätsverständnis.


Praxisbeispiel: Pannoneum Neusiedl

Auch an den Wirtschafts- und Tourismusschulen Pannoneum in Neusiedl am See sind kollegiale Hospitationen seit drei Jahren ein fixer Bestandteil der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Ausgangspunkt war das Ziel, die professionelle Zusammenarbeit im Kollegium im Rahmen des Schulentwicklungsplans gezielt zu intensivieren und Unterrichtsqualität nachhaltig weiterzuentwickeln.

Die Hospitationen finden verbindlich einmal pro Schuljahr im Wintersemester statt. Durch diese klare zeitliche Verankerung wurden sie rasch zu einem selbstverständlichen Element professioneller Praxis.

Foto von Pannoneum

Abbildung 3: Foto von Pannoneum

Die Hospitationen finden verbindlich einmal pro Schuljahr im Wintersemester statt. Durch diese klare zeitliche Verankerung wurden sie rasch zu einem selbstverständlichen Element professioneller Praxis.

Die Einführung erfolgte schrittweise: Zu Beginn konnten Lehrpersonen ihre Hospitationspartner:innen frei wählen, um Vertrauen und Sicherheit aufzubauen. Im zweiten Jahr standen fachdidaktische Fragestellungen im Fokus durch Hospitationen innerhalb desselben Unterrichtsfaches. Im dritten Jahr wurde der Blick bewusst erweitert – durch fachfremde und generationenübergreifende Tandems sowie durch Beobachtungen in gemeinsam unterrichteten Klassen. Dadurch rückten verstärkt überfachliche Aspekte wie Lernaktivierung, Klassenführung und Lernklima in den Mittelpunkt.

Grundlage bildet ein Beobachtungsbogen, der zentrale Qualitätsmerkmale von Unterricht sichtbar macht. Entscheidend ist dabei der Verzicht auf Bewertung zugunsten einer wertschätzenden, sachlichen Beobachtung. In strukturierten Feedbackgesprächen werden Selbstreflexion, kollegiale Rückmeldung und gemeinsame Entwicklungsimpulse verbunden. Ziel ist nicht die Verbesserung einzelner Stunden, sondern die langfristige Weiterentwicklung professionellen Handelns.

Aufgrund der positiven Erfahrungen wurde die kollegiale Hospitation im Schulentwicklungsplan 2.0 dauerhaft verankert und bleibt ein wesentliches Instrument zur Stärkung professioneller Zusammenarbeit am Standort.

Stufenmodell kollegialer Hospitation - Pannoneum

Abbildung 4: Stufenmodell kollegialer Hospitation - Pannoneum, eigene Abbildung


Was aus den Praxisbeispielen gelernt werden kann

Die Erfahrungen der beteiligten Schulen zeigen, unter welchen Bedingungen kollegiale Hospitation besonders wirksam ist: klare organisatorische Rahmenbedingungen, eine wertschätzende Feedbackkultur und ausreichend Zeit für gemeinsame Reflexion.

Entscheidend ist eine strukturierte Durchführung mit klaren Beobachtungsschwerpunkten und einem anschließenden Feedbackgespräch. Wird Hospitation schrittweise eingeführt und als gemeinsamer Lernprozess verstanden, kann sie zu einem nachhaltigen Instrument der Unterrichts- und Schulentwicklung werden.

So gelingt kollegiale Hospitation

Organisation

  • gemeinsamer Start mit Jahresthema und Terminplanung
  • Hospitation in Tandems oder Kleinteams
  • eine Hospitation und eine Beobachtung pro Semester
  • eine Unterrichtseinheit mit anschließendem Feedbackgespräch
  • jährlicher Wechsel der Partner:innen
  • gemeinsame Jahresreflexion

    Fokus und Feedback

    • lernseitige Beobachtung von Schüler:innenaktivität und Lernprozessen
    • wertfreie Beschreibung statt Bewertung
    • strukturierte Feedbackgespräche

      Erfolgsfaktoren

      • Verankerung im Schulentwicklungsplan
      • Qualifizierung in Beobachtung und Feedback
      • vertrauensvolle Feedbackkultur
      • gemeinsame Entwicklungsschwerpunkte
      • externe Begleitung

        Herausforderungen

        • organisatorischer Aufwand
        • anfängliche Unsicherheit durch Öffnung des Unterrichts
        • notwendiger Vertrauensaufbau im Kollegium

        Tipps für Schulen, die starten möchten

        • freiwillig beginnen und Vertrauen aufbauen
        • klare Beobachtungsschwerpunkte vereinbaren
        • Feedbackkompetenz gezielt entwickeln
        • feste Zeitfenster im Jahresplan verankern
        • Erfahrungen gemeinsam reflektieren
        • Hospitation im Schulentwicklungsplan vernkern

        Wirkung kollegialer Hospitation

        Die beteiligten Schulen berichten übereinstimmend von deutlichen Effekten: Lehrpersonen entwickeln eine stärkere Sensibilität für Lernprozesse und reflektieren eigene Routinen bewusster. Unterricht wird weniger als individuelle Aufgabe, sondern stärker als gemeinsame professionelle Praxis erlebt. Das häufig empfundene „Einzelkämpfertum“ wird reduziert, Zusammenarbeit gestärkt und Unterrichtsqualität nachhaltig weiterentwickelt.

        Entscheidend ist dabei ein gemeinsames Verständnis: Kollegiale Hospitation ist keine Kontrolle, sondern ein professioneller Lernprozess – und damit ein wirkungsvoller Weg nachhaltiger Unterrichtsentwicklung.


        Fazit

        Kollegiale Hospitation eröffnet Lehrpersonen die Möglichkeit, Unterricht gemeinsam zu reflektieren und voneinander zu lernen. Entscheidend für das Gelingen sind klare Rahmenbedingungen, eine vertrauensvolle Feedbackkultur und die Verankerung im Schulentwicklungsprozess. So wird Hospitation zu einem nachhaltigen Instrument der Unterrichts- und Qualitätsentwicklung und kann zu einem festen Bestandteil einer lernenden Schule werden.


        Materialien und Instrumente / weiterführende Links:


        Autor/innen:

        Sylvia Pawle und Petra Weinhäusel (Q-RK für das Burgenland)

        Bei Fragen stehen Sylvia Pawle (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) und Petra Weinhäusel (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) gerne zur Verfügung!

        Letzte Aktualisierung: 19.03.2026

        Weiterlesen … Hilfreiches für die Qualitätsarbeit 9 (25.03.2026)

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        Gemeinsam Schule gestalten - Partizipationsanlässe nachhaltig im Q-Kreislauf verankern  

        Ein Beitrag der Qualitäts-Regionalkoordinator:innen für die Steiermark (Sabine Rieser und Patrick Schlatte). 

        Im Qualitätsmanagement für Schulen (QMS) ist Partizipation ein zentraler Faktor nachhaltiger Schulentwicklung. Schule wird dabei als lernende Organisation verstanden, deren Qualitätsentwicklung die aktive Einbindung aller Beteiligten, insbesondere von Lehrpersonen, Schüler:innen, Erziehungsberechtigte und Schulleitung, voraussetzt. Partizipation ermöglicht, unterschiedliche Perspektiven in Schulentwicklungsprozesse einzubringen und gemeinsame Verantwortung zu übernehmen. Am Beispiel des Schulentwicklungsplans 2.0 wird deutlich, dass Schulentwicklung nicht als rein administrativer, sondern als kooperativer Prozess verstanden werden muss, der auf Dialog, Reflexion und Mitgestaltung basiert. Partizipative Prozesse fördern transparente Entwicklungsziele, erhöhen die Akzeptanz und stärken die Identifikation mit schulischen Maßnahmen. Die folgende Abbildung visualisiert verschiedene Partizipationsanlässe innerhalb des Qualitätskreislaufs:

        Abbildung „Kollegiale Hospitation – Prozessübersicht“

        Abbildung 1: "Partizipationsanlässe im Q-Kreislauf"; eigene Abbildung angelehnt an den Q-Kreislauf


        Akteur:innen im QMS und ihre Einbettung in schulische Transformationsprozesse 

        In den Aufgabenprofilen (https://www.qms.at/ueber-qms/akteurinnen-und-akteure) wird Partizipation als grundlegendes Prinzip von Schulentwicklung verstanden. Qualitätsentwicklung wird dabei nicht allein als Aufgabe der Schulleitung gesehen, sondern als gemeinsamer Prozess aller schulischen Akteur:innen. 

        Im Aufgabenprofil für Schulleitungen wird Partizipation insbesondere im Qualitätsbereich „Führen und Leiten“ hervorgehoben. Die Schulleitung soll „transparente Beteiligungs- und Entscheidungsprozesse“ schaffen, Führungsaufgaben delegieren und eine qualitätsorientierte Schulkultur fördern. Entwicklungsprozesse sollen dialogisch, kooperativ und unter Einbindung unterschiedlicher Perspektiven gestaltet werden. Obwohl die Schulleitung die Letztverantwortung trägt, soll sie Beteiligung ermöglichen und professionelle Zusammenarbeit fördern. Auch das QMS-Aufgabenprofil der Lehrenden und Lehrenden-Teams betont die aktive Mitwirkung an Qualitätsentwicklung und Schulentwicklungsprojekten. Austausch, Teamarbeit und Reflexion werden dabei als zentrale Elemente professioneller Zusammenarbeit verstanden. Für Qualitäts-Schulkoordinator:innen (Q-SK) ist Partizipation besonders wichtig. Sie unterstützen die Schulleitung in der Umsetzung sowie Lehrende dabei, sich „aktiv an der Qualitätsentwicklung und -sicherung der Schule zu beteiligen“.

        Obwohl Q-SK keine formale Führungsverantwortung tragen, übernehmen sie eine wichtige informierende, prozessbegleitende und vernetzende Rolle im Q-Kreislauf. Konkret unterstützen sie partizipative Schulentwicklung, indem sie Beteiligungsformate initiieren, Feedbackprozesse strukturieren, Reflexionsrunden moderieren oder unterschiedliche Perspektiven im Schulentwicklungsprozess zusammenführen. Gemäß der in Abbildung 1 dargestellten Partizipationsanlässe, liegt die Rolle der Q-SK aus unserer Sicht dabei weniger im Steuern „von oben“, sondern im Ermöglichen, Vernetzen und Strukturieren partizipativer Schulentwicklung:

        Beim Planen schaffen Q-SKs Beteiligungsräume, etwa durch die Organisation von Befragungen, Feedbackformaten oder Diskussionsforen mit Schüler:innen, Lehrpersonen, Eltern und Schulpartner:innen. Sie bündeln Perspektiven und bereiten diese für Entscheidungsprozesse auf. Beim Durchführen unterstützen sie transparente Kommunikation, begleiten Arbeitsgruppen und fördern den Austausch innerhalb der Schulgemeinschaft. Beim Überprüfen koordinieren Q-SKs Feedback- und Evaluationsprozesse, moderieren Reflexionsrunden und machen Entwicklungen sichtbar, ohne selbst hierarchisch zu steuern. Beim Schlussfolgern bereiten sie Ergebnisse auf, regen gemeinsame Reflexion an und unterstützen die Überführung von Erkenntnissen in neue Entwicklungsziele.


        Praxisnahe Überlegungen zur weiteren Umsetzung am Beispiel der Elternarbeit 

        In der Podcastfolge “#105 - Schule durch Partizipation gestalten – ein Gespräch mit Micha Pallesche” beschreibt Micha Pallesche, Schulleiter der Ernst-Reuter-Schule Karlsruhe, Partizipation als zentralen Faktor nachhaltiger Schulentwicklung. Beteiligung reduziert Widerstände, stärkt Identifikation und erhöht die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Dabei reicht symbolische Beteiligung nicht aus; Menschen, die von Entscheidungen betroffen sind, müssen an Lösungsprozessen mitwirken können. In Anlehnung an Ashby’s Law [1] betont Pallesche, dass komplexe schulische Fragestellungen vielfältige Perspektiven und partizipative Lösungsansätze erfordern. Zeitgemäße Schulentwicklung braucht daher heterogene Gruppen und multiperspektivische Zugänge. Klassische, primär informativ ausgerichtete Beteiligungsformate, wie etwa traditionelle Elternabende, sollten kritisch hinterfragt und durch offene Dialogräume, Workshops oder niederschwellige Austauschmöglichkeiten ergänzt werden. Besonders wirkungsvoll erscheinen Formate, in denen Lernende, Eltern, Lehrpersonen und weitere Personen aus dem schulischen Umfeld gemeinsam an Entwicklungsfragen arbeiten. Als Beispiele nennt Pallesche sogenannte „Rote Salon“-Formate oder „Ideenpoolpartys“, die unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und gemeinsame Lösungsfindung fördern.

        Im Sinne der Umsetzung des SEP-Ziels „Schulautonomie leben/Potenziale erkennen und fördern“ versteht das BG/BRG Knittelfeld Partizipation als gelebte demokratische Mitgestaltung: Durch die aktive Einbindung von Lehrpersonen, Schüler:innen, Eltern, Absolvent:innen und Expert:innen aus der Wirtschaft werden neue Raum- und Zeitkonzepte sowie eine Neuausrichtung der schulischen Schwerpunktsetzungen gemeinsam gedacht, diskutiert und entwickelt. Ein durch Abstimmung legitimiertes Kernteam für dieses SEP-Ziel, die Befragungen unterschiedlicher Beteiligter in enger Zusammenarbeit mit der Schüler:innenvertretung sowie die laufende Rückkoppelung der gewonnen Erkenntnisse an die befragten Akteur:innen, schaffen dabei die Grundlage für transparente Entscheidungsprozesse und eine gemeinsame schulische Weiterentwicklung. Auch an der MS Gamlitz werden Austauschgremien mit Erziehungsberechtigten genutzt, um Perspektiven zu schulautonomen Schwerpunktsetzungen einzuholen. Elternvertreter:innen aller Schulstufen sammeln dazu im Vorfeld Rückmeldungen aus den Klassen und bringen diese in gemeinsame Diskussionsrunden ein. Dadurch werden Stärken sowie mögliche Entwicklungs- und Handlungsfelder sichtbar gemacht. Die Rückmeldungen fließen anschließend in Reflexions- und Entwicklungsprozesse im Rahmen des SEP 2.0 ein. Die Elterngremien wurden im SJ 25/26 erstmals durchgeführt und von allen Beteiligten sehr positiv wahrgenommen. Ergänzend dazu wurden Elternsprechstunden mit der Schulleitung eingeführt. Eltern haben dadurch die Möglichkeit, ihre Anliegen direkt mit der Schulleitung zu besprechen. Dieser direkte Austausch ermöglicht raschere Klärungen, stärkt Transparenz und fördert eine unmittelbare Beteiligung an schulischen Entwicklungsprozessen.

        [1] vgl. Pruckner 2017, online. 

        Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob künftig auch ein eigenes Aufgabenprofil für Elternvertreter:innen angedacht werden sollte. Elternvertreter:innen übernehmen im Qualitätsentwicklungsprozess eine wichtige vermittelnde Rolle: Durch ihre Beteiligung in Gremien, Gesprächen und schulischen Kommunikationsprozessen bringen sie außerschulische Perspektiven ein, unterstützen eine dialogische Schulentwicklung und stärken die gemeinsame Verantwortung für gelingende Bildungsprozesse. 


        Abbildung 2: Partizipation in der Schulgemeinschaft; eigene Abbildung

        Unsere Visualisierung greift dabei die Ausführungen Baroutsis, McGregors und Mills (2016) auf, die “ownership”, sprich die (Mit-)Eigentümerschaft an einer Idee, als wesentliches Element von Partizipation postulieren[1]. Partizipation im Rahmen schulischer Qualitätsentwicklung bedeutet daher mehr als punktuelle Mitsprache oder das Einholen von Feedback. Nachhaltige Schulentwicklung braucht Strukturen, die Beteiligung ermöglichen und unterschiedliche Perspektiven aktiv in Entwicklungsprozesse integrieren. Besonders in komplexen Transformationsprozessen zeigt sich, dass Schulentwicklung nicht ausschließlich hierarchisch gesteuert werden kann.

        [1] vgl. Baroutsis, McGregor, Mills, 2016, online 

        Vor diesem Hintergrund lassen sich aus unserer Sicht vier zentrale „takeaways“ für partizipative Schulentwicklung formulieren: 

        1. Partizipation braucht Ambiguitätskompetenz
        2. Partizipation braucht Verbindlichkeit
        3. Partizipation braucht Zeit
        4. Partizipation und Haltungsänderungen bedingen sich gegenseitig

        Partizipative Schulentwicklung erfordert Offenheit für Mehrdeutigkeit, Vertrauen in gemeinsame Prozesse und den konstruktiven Umgang mit Unsicherheit. Dafür braucht es mehr als einzelne Methoden oder Formate: Entscheidend ist eine langfristige Kultur- und Haltungsänderung innerhalb und außerhalb der Schule – insbesondere im Hinblick auf Transparenz, Steuerung und Verantwortung. Solche Veränderungen entstehen schrittweise und benötigen Zeit. Besonders engagierte Personen können neue Beteiligungsformen sichtbar machen und weitere Menschen zur Mitwirkung motivieren. Q-SK verstehen sich dabei als Raumgeber:innen, die Beteiligung ermöglichen und Entwicklungsprozesse begleiten. Gemäß ihrer etymologischen Bedeutung (lat. participare = teilhaben, Anteil nehmen), kann partizipative Schulentwicklung jedoch erst dann vollends gelingen, wenn Lernende, Lehrkräfte und weitere Akteur:innen diesen Raum aktiv nutzen und zur Mitgestaltung bereit sind. Entscheidend ist dabei letztlich, dass Partizipation nicht bei Diskussionen stehen bleibt, sondern in verbindliche Umsetzung übergeht (siehe dazu auch Projektplan in der Vorlage für SEP 2.0 sowie diverse Handreichungen zum Projektmanagement - https://www.qms.at/q-news/handreichung-zum-projektmanagement-in-qms-jetzt-beim-sep).


        Weiterführende Literatur und hilfreiche Materialien


        Quellen 

        Baroutsis, A., McGregor, G. & Mills, M. (2016). “Pedagogic voice: student voice in teaching and engagement pedagogies”. In: Pedagogy Culture and Society 24(1), pp. 123–140. Verfügbar unter: Pedagogic voice: student voice in teaching and engagement pedagogies: Pedagogy, Culture & Society: Vol 24 , No 1 - Get Access (Zugriff: 20.05.2026) 

        Pruckner, Maria (2017): „Management im Kopf: Ashbys Gesetz – Komplexität meistern”. In: Die Presse, 23.11.2017. Online verfügbar unter: Die Presse – Ashbys Gesetz (Zugriff: 13.05.2026) 

        school should be (2026): „#105 – Schule durch Partizipation gestalten – ein Gespräch mit Micha Pallesche”. Podcastfolge auf Spotify. Verfügbar unter: https://open.spotify.com/episode/5mcwqF098EhNG4hvlzJMpk (Zugriff: 13.05.2026).  


        Autor/innen:

        Sabine Rieser und Patrick Schlatte (Q-RK für die Steiermark)

        Bei Fragen stehen Sabine Rieser (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) und Patrick Schlatte (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) gerne zur Verfügung!

        Letzte Aktualisierung: 05.06.2026

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